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#meinjakobsweg

Entlang des alten Römerweges

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Entlang des alten Römerweges | story.one

Heute starten wir wieder eine neue Etappe auf dem Jakobsweg durch Tirol. Wir wollen diesmal von Roppen nach Karres, Karrösten bis zur Imster-Au. Die Strecke von Haiming nach Roppen lassen wir aus, da sie großteils durch ein riesiges Schotter- und Kieswerk führt und außer Staub landschaftlich nichts zu bieten hat.

Nach üblicher anfänglicher Suche des richtigen Weges entdecke ich auf der gegenüberliegenden Bergseite weiter oberhalb eine Zaunreihe, an der ein Weg entlang führt. Laut Beschreibung im Reiseführer muß dies der Weg nach Karres sein.

Wir durchschreiten eine Unterführung in der Nähe des Bahnhofs und überqueren eine Brücke über den Inn. Nach Ansteigung des Weges kommen wir zur Bruder-Klaus- Kapelle und weiter aufwärts zur “Trankhütte”. Diese wurde um 1500 errichtet und diente als Raststation und Pferdetränke für Reisende.

Nun geht es immer steiler bergauf. Wir müssen senkrecht über ein Feld hoch, wo wir oben angelangt auf den alten “Römerweg” treffen. Wir finden auch ein Hinweisschild das nach Karres führt. Nach dem steilen Anstieg muß ich erst mal etwas rasten, bis sich mein Atem wieder beruhigt hat.

Nach einer Weile folgen wir nun dem ebenen, schönen Weg, der angenehm durch den Wald führt. Auf der linken Seite des Weges sind noch alte Steine aus der Römerzeit erhalten, die als Wegmarkierung dienten. Was könnten diese Steine uns alles erzählen. Wieviel Freud und Leid ist an ihnen vorübergezogen? Es sind auch noch tiefe Furchen zu erkennen, die ein Zeugnis von den schwer beladenen Lastkarren ablegen.

Nach etwa einer halben Stunde Gehzeit erreichen wir eine Lichtung und sehen die ersten Häuser von Karres. Eine Bank am Wegesrand fordert uns auf eine willkommene Rast einzulegen. Etliche ältere Leute und Familien mit ihren Kindern sind hier unterwegs. Es muß wohl ein beliebter Spazierweg sein, der auch Kinderwagen tauglich ist. Von hier hat man auch einen herrlichen Blick auf die umliegenden Berge und Dörfer.

Wir kommen auch wieder ins Gespräch mit einigen, die an uns vorbeiziehen. Wie immer, kommen wir auf den Jakobsweg zu sprechen. Es sind Bewohner des nächsten Dorfes und sie sagen uns, daß der Weg von immer mehr Pilgern gegangen wird. Viele machen Touren durch Tirol und weiter in die Schweiz und nach Frankreich. Meine Freundin und ich wollen uns aber jetzt erstmals auf unser nächstes Ziel zubewegen und das ist Karres.

Bald erreichen wir den Ort und die Stephanskirche, die vor uns liegt. Sie wurde 1447 erbaut und daneben ist auch eine Kapelle errichtet, in der wir eine Kerze entzünden. Nach der Besichtigung der Kirche setzen wir unser Weg fort nach Karrösten.

Wir passieren eine 100 Jahre alte Steinbrücke, unter der ein Wasserfall die Schlucht hinunter stürzt. Anders als in Silz und Haiming, wo Obstbäume und Gemüseplantagen unseren Weg säumten, sind jetzt unsere Begleiter Steine, Fels, und Schluchten.

© Seelenblick 2021-05-04

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