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#schulgschichtn

Als China der EU beitrat

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Als China der EU beitrat | story.one

In die Schule bin ich schon immer gern gegangen- zuerst als Kind, Volksschule und Gymnasium, dann in die PĂ€dagogische Akademie und danach als Volksschullehrerin- davon zwanzig Jahre in einer Vorschulklasse mit Montessori- Bezug. AufwĂ€ndige Jahresprojekte waren meine große Freude- so auch 2006, wo wir "In 40 Wochen um die Welt" gestalteten. Es wurden Bewohner unserer Heimatstadt Horn aus den verschiedenen EU LĂ€ndern eingeladen, sie erzĂ€hlten ĂŒber ihre HerkunftslĂ€nder, brachten oft typische Speisen mit und sangen mit den Kindern landesĂŒbliche Lieder. Wir hatten Frankreich und Italien zu Gast, Ungarn in Gestalt unseres Frisörs Gabor, der Salami und Liptauer kredenzte und Pierre aus Frankreich.Wir aßen Bienenstich aus Deutschland und Fudge aus England. Am Ende des Jahres war unsere Projektmappe und unsere Köpfe gefĂŒllt mit neuen EindrĂŒcken und Wissen und um viele Begegnungen reicher. Eine große PrĂ€sentation sollte es noch im Juni gebe. Unsere Frau Direktor lud dazu sogar einen Vertreter der EU komission ein. Die Eltern bastelten KostĂŒme, es wurden Kuchenrezepte aus aller HerrenlĂ€nder ausprobiert, Lieder geprobt und Gedichtchen gelernt. EU Fahnen schmĂŒckten das SchulgebĂ€ude und die NervositĂ€t war groß. Ich werde den Augenblick nie vergessen, als die Kinder in einer Schlange die BĂŒhne in der Aula betraten. Ein buntes UngarmĂ€dchen, Pierre mit der BaskenmĂŒtze, ein italienisches Blumenkind, eine kleine NiederlĂ€nderin und mitten drin Guang, der Sohn aus dem Chinarestaurant, in seinem kobaltblauen Brokatanzug mit gelben Kordeln kunstvoll verschnĂŒrt. "Ist mir etwas entgangen? Seit wann ist China in der EU" , wandte sich der Gast aus dem Wiener EU BĂŒro an mich und strahlte ĂŒber das ganze Gesicht..........HĂ€tte er wohl gern gehabt.............Wir wurden belobigt und beklatscht, das Projekt sogar prĂ€miert- fĂŒr mich noch immer erlebbar, wenn ich die Mappe durchblĂ€ttere....

© PANSILVA 2019-09-03

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