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#1sommer1buch

Die Spitze des Eisbergs

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Die Spitze des Eisbergs | story.one

Die Klosteranlage von Pernegg gehört schon seit mehr als fünfzehn Jahren zu meinen Lieblingsorten. Ich habe dort geschrieben, gefastet, getrommelt und die letzten Jahre auch gemalt mit den Fastenden- im wohl schönsten Atelier des Waldviertels- dem Renaissancesaal. Heuer war alles anders- nicht die Umgebung, das Kloster, nein, die Umstände und .....aber lasst mich der Reihe nach erzählen. Wochenlang, während des Corona Shutdowns blieb die Anmeldeliste klein und die Fastenleiterin und ich befürchteten, dass der Kurs gar nicht stattfinden könnte. Dann wurde die Öffnung mit 29. Mai verkündet und plötzlich stiegen die Zahlen- bis zu Beginn es Kurses hatten sich insgesamt 12 Personen angemeldet. Sieben war in den vergangenen Jahren die Höchstzahl gewesen.... Dann startete der Kurs- vier Teilnehmer, die schon öfter an diesem Kurs teilgenommen hatten und acht "neue". Die Gesprächsrunde zu Beginn eröffnete mir eine breite Pallette schwerer Schicksale, die coronabedingt, noch an Härte gewonnen hatten, müde, an den Grenzen der Leistungsfähigkeit angekommene Menschenkinder, die dringend Auszeit und den Resetknopf eines solchen Aufenthalts nötig hatten. Als ich am ersten Abend nach Hause fuhr, hatte ich das Gefühl, die Schwere der ganzen Welt auf den Schultern zu tragen. So musste sich wohl ein Therapeut fühlen, der die Geschichten der Klienten mitnimmt. Mein fließenden PanArt Farben taten schon bei der ersten Maleinheit das ihrige- meine MalschülerInnen tauchten ein in die Farbwelt, spachtelten, malten und ließen die Farben fließen. Das Wetter meinte es gut mit uns- die Sonne trocknete unsere Werke und das Abstand halten war leicht bei geöffneten Fenstern, viel Frischluft . Manches Erlebte und viel Schweres wurde in Collagen und Bilder verarbeitet , natürlich tauchte auch der Babyelefant auf. Fast wurde der Platz zum Trocknen zu klein und am Ende der Woche konnten wir eine sehenswerte Vernissage präsentieren. Die Gesichter der Teilnehmerinnen waren im Laufe der Woche weicher geworden, die Züge entspannter--- Die Natur, das Kloster, das Fasten und natürlich die Kraft der Gruppe haben verlässlich gewirkt. Die Schlussrunde war getragen von Wertschätzung, Freude und neu gewonnenem Optimismus- den wir wohl alle noch brauchen werden, wenn uns das Virus begleitet. Ich habe nur die Spitze der Auswirkungen der >Pandemie sehen dürfen , .......und bin unendlich dankbar, dass ich diese Zeit mit schreiben und viel Optimismus halbwegs geschafft habe.....

© PANSILVA 2020-07-15

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