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Gefährlicher Einsatz

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Gefährlicher Einsatz | story.one

Der Funkspruch kam kurz vor ein Uhr nachts aus den Wohntürmen im Speckgürtel der Stadt. Ein Mann rief an, und bat wortreich um Hilfe. Er fühle sich bedroht, weil ein offensichtlich Betrunkener an seine Wohnungstür hämmere. Zwei diensthabende Beamte machten sich daraufhin auf den Weg, um dem Gefährdeten beizustehen. Die Anlage wirkte ruhig, nur wenige erleuchtete Fenster, was wohl der späten Stunde zuzuschreiben war. Beim Betreten des Hauses war schon im Stiegenhaus Lärm zu hören, und die beiden Beamten erklommen hastig die Stiegen bis zum dritten Stock. Der alkoholisierte Mann trommelte noch immer mit den Fäusten gegen die Tür. Das Erscheinen der Beamten entschärfte die Szene, es wurde ruhiger und der Anrufer fragte durch die Tür, ob er jetzt rauskommen könne. Vorsichtig wurde ein spaltbreit geöffnet. “Des is ja unser Nachbar aus dem zweiten Stock”, tönte es erleichtert aus der Wohnung. Der so Gerettete bedankte sich bei den Polizisten, die den schwankenden Übeltäter die Stiegen hinunterbegleiteten. Dann rief er ihnen nach: “Seid's vorsichtig, die haben an Hund” Mit dieser Information ausgestattet läuteten die Polizisten an der Tür.

Sie erwarteten einen Rotweiler, oder anderen gefährlichen Listenhund anzutreffen……man kann nie wissen….

Nach einer Weile öffnete ein verschlafener Bursch, der alles andere als überrascht war, seinen betrunkenen Vater vor der Tür zu sehen. Vom Lärm geweckt kam nun auch die Ehefrau aus der Wohnung, gefolgt von einem schwarzen Hund. Es war ein schwarzer Labrador Retriever, der gleich erkannte, dass einer der Polizisten Hundebesitzer war und ihn schwanzwedelnd beschnupperte. Die Frau regte sich nicht auf, wahrscheinlich war sie betrunkene Heimgänge gewöhnt.

Bei den beiden Polizisten fiel die Spannung ab und sie genossen die frische Luft bis zum nächsten Einsatz.

© PANSILVA 2021-02-22

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