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#summerchallenge

Nicht zu Haus und doch daheim

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Nicht zu Haus und doch daheim | story.one

Wie jedes Jahr hat sich das wogende Getreide geduldig zu großen Rollen binden lassen und in regelmäßigen Abständen auf den Stoppelfeldern verteilt- der Sommerhimmel spannt sich leicht übers Waldviertel und ich düse Richtung Geras- Akademiekurs, Den Königskerzen im Zugangsbereich zum Teichsaal hat seit dem letzten Jahr niemand Einhalt geboten, sie wuchern wild und ungebremst. Die Farbtropfen auf dem Fußboden zeigen den Weg über die hölzerne Treppe in den hohen Saal, herrliche alte Balken, ein freies Gefühl und frisch mit Packpapier überzogene Tische, die darauf warten im Laufe der Woche Kreativspuren abzubekommen. Einige vertraute Gesichter, die ihren Arbeitsplatz schon bezogen haben, ein leichtes Lüfterl weht vom Schüttkasten her und ich gestatte mir einen Blick durch die halbrunden Fenster. Heuer kein Fensterplatz- ich bin als "Auswärtiger" im Nachteil, weil die anderen schon gestern angereist sind. Kisten rauftragen, die Leinwände, Farben Pinsel, alles liegt bereit. Mein Platz ist trotzdem angenehm. Die Einführungen unseres Professors, Martin, geben uns Überblick über Gestaltungsmöglichkeiten von Collagen und "Cut Outs" Mein Kopf ist voller Ideen, die auf Umsetzung warten, ich stürze mich auf mein geplantes New Yorkbild und schaue erst hoch, als ich Martins Hilfe brauche. Wieder bin ich mutig, arbeite mit der übergroßen Spachtel und bin entzückt von dem Ergebnis. Ich platziere mein Werk auf der Staffelei. Es ist leichter mit einem Profi im Gepäck mutig zu sein, ich stecke mitten im kreativen Prozess und bin froh, mir die Woche in der Akademie Geras freigeschaufelt zu haben. Und es liegen noch dreieinhalb Tage vor mir- wie schön........

© PANSILVA 2019-07-29

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