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#waldviertel

Ostern- wie es war- und ist

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Ostern- wie es war- und ist | story.one

Nach würziger Kresse, am Ufer des Kremsflusses gewachsen, so schmeckten meine Ostern zur Kinderzeit. Bei den Großeltern im Kremstal waren wir jedes Jahr. Es gab viele rote Eier- bei jedem Besuch , auch bei den Dorfbewohnern bekam man ein rotes Ei geschenkt. Manchmal kam die Verwandtschaft aus Wien zu Besuch - brachte Kuchen vom Konditor- ich erinnere mich an dreieckige Cremepyramiden auf die sich mein Bruder und ich stürzten, während die Verwandtschaft mit verklärtem Gesicht Großmutters Apfelstrudel genoss. Für uns war der alltäglich und nichts Besonderes. Ostereier gab es auch aus Wien- in glänzendes Stanniol gewickelte Schokohälften von einem seidigen Organzaband zusammengehalten- im Zwischenraum Schokobonbons vom Feinsten. Ich erinnere mich noch an die Enttäuschung, als ich das Band löste: das Ei war innen mit Seidenpapier ausgestopft, die Schokolade dünn- es gab nur eine Lage Schokobonbons . Es war für mich die erste Erfahrung von SCHEIN und SEIN. Die Osterfeierlichkeiten in der Kirche fielen meist sehr frostig aus und sehr sehr lang. Wir mussten fast zwei Kilometer bis zur Kirche gehen- die ausgedehnte Feier über uns ergehen lassen und dann wieder- mit durchgefrorenen Zehen- den Weg zurück. Viele Jahre habe ich die Osternachtsfeiern verweigert und bin erst am Ostersonntag zur Kirche gegangen, so tief saß das österliche Kälteerlebnis aus der Kindheit.

Vor etwar zwei Jahren wurde in Horn ein handschriftliches Evangeliar geschrieben- ich zog prompt das Osterevangelium und malte in meiner PanArt Technik das Osterfeuer- zum Füße wärmen :)

Heuer ist alles anderes. Wir können die Gottesdienste im Fernsehen verfolgen - ich habe für die evangelische Pfarrgemeinde eine Osterkerze gestaltet- der Osterstrauch ist geschmückt- wie ich hoffen wir alle- auf eine Auferstehung unseres neuen Alltags und auf viele "BIG HUGS " wenn das alles vorüber ist...

© PANSILVA 2020-04-07

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