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Schifahren in Krems

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Schifahren in Krems | story.one

Krems an der Donau würde man nicht mit einer Schigeschichte in Verbindung bringen und doch trug sich in den fünfziger Jahren ein Geschichte zu, die absolut erzählenswert ist und über die ich jedesmal wieder schmunzeln kann .

Das Klima an der Donau ist milder als im übrigen Niederösterreich, die Winter sind schneearm- als Kinder konnte nur in seltenen Wintern gerodelt ( am wenig befahrenen Kreuzberg oder in der katzenkopf gepflasterten Althangasse) oder Schi gefahren werden. Trotzdem war es Bertls Wunsch, Schier zu bekommen. Der Bub wohnte in einem historischen Stockhaus in der Altstadt. Als sich nach dem Weihnachtsfest mit den gewünschten Sportgeräten ausgestattet ,noch immer keine weiße Pracht einstellte, beschloss er , seine neuen Schier im Stiegenhaus auszuprobieren. Seine Eltern waren nicht zu Hause, er kleidete sich zünftig , schnallte die Schier an, die Stöcke angewinkelt, wie er es bei den Rennläufern gesehen hatte und begann seine rumpelnde Abfahrt im Stiegenhaus. Von den ungewöhnlichen Geräuschen angelockt öffnete die Hausmeiserin im Halbstock die Tür und trat heraus. Damit hatte Bertl nicht gerechnet. Er war so in seiner Fahrt vertieft, dass er nur den Schrei der gestürzten Frau vernahm und dann weiter fuhr, bis er im Erdgeschoß landete. Das schlechte Gewissen plagte ihn, er erkundigte sich vorsichtig bei den Nachbarn nach der verletzen Dame aus dem Halbstock. Bestürzt hörte er , dass sie ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Da fasste er sich ein Herz, kratzte sein Taschengeld für einen Blumenstrauß zusammen und machte sich auf den Weg ins Krankenhaus. Auf der Unfallabteilung würde er sie wohl finden........Zu seiner Überraschung teilte ihm die Schwester mit, dass die besagte Dame nicht mehr auf der Abteilung wäre- man hätte se auf die Psychiatrie verlegt, weil sie steif und fest behauptet hätte, ein Schifahrer hätte sie im Stiegenhaus niedergestoßen...:)

© PANSILVA 2019-05-29

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