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Schule in Zeiten von Corona

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Schule in Zeiten von Corona | story.one

Es liegt eine gewisse Anspannung und Nervosität in der Luft ,als ich den Türöffner betätige. Im Konferenzzimmer ein roter Pfeil mit Hinweis auf bevorstehende Konferenz zur Lage in der Schule.

Schwierig ist fast jeder kreative Einsatz in dieser Schule und Klasse, weil es besondere Kinder sind mit Bedürfnissen, die anders als bei Kindern dieser Altersstufe sonst. Es ist schwierig Rituale, Morgenkreise und Gewohnheiten zu etablieren . Mühevoll Erarbeitetes kann durch ein unvorhergsehenes Ereignis schnell zunichte gemacht werden.

Heute ist so ein Tag. Die Kinder spüren die Außergewöhnlichkeit der Situation. Die Anspannung der Lehrpersonen, auch wenn nicht ausgesprochen ,spiegelt sich im Verhalten. Leo hat die Kopfhörer umgeschnallt und sein Headbanger scheint den Tisch zu berühren. Greg ist unruhig und Justus , der autistische Junge, wippt unkoordiniert und schlägt mit dem Fuß gegen den Heizkörper. Niki sitzt im Sesselsack und schaut traurig. Die Musik aus dem Rekorder leitet den Unterricht ein, der Morgenkreis beginnt mit Beten und Singen. Leo unterbricht immer wieder um lautstark sein Wissen aus der Gratiszeitung zu verkünden, dass die Schule gesperrt würden. Beruhigende Worte, Rücken streichen und das stete Bemühen die Ruhe zu bewahren rettet die Morgenrunde.

Ich packe meine vorbereiteten Schätze aus: Marienkäferl zum Basteln, Blätter, die mit kleinen Holzkäferl verziert werden sollen und Druckbilder mit grünen Blättern und Marienkäferl. Wir drei Erwachsenen teilen die Schar und es gelingt die Aufmerksamkeit auf die bunte Arbeit zu lenken. Justus streicht und druckt Blätter und findet doch seinen Rhythmus in der Arbeit. Es macht Spaß, die Klebepunkte an den Flügeln zu befestigen und die Blattrippen mit dem grünen Faserstift nachzuziehen. Nach zwei Stunden ist es geschafft: die Bilder hängen an der Pinwand, Käferl und Blätter fertig- ein Gemeinschaftsfoto krönt unseren Eifer.

Unsere Mitbringsel, die wir zum Weltfriedenstag ins Altenheim bringen wollten ,müssen wohl jetzt warten, bis die Coronawarnung aufgehoben wird. ...Ich bin ziemlich geschlaucht und müde......aber es hat sich gelohnt........

© PANSILVA 2020-03-11

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