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#liebe#natur#fjord

Sommerabend (Kapitel 9)

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Sommerabend (Kapitel 9) | story.one

Per überreichte mir die beiden Stricke der Esel und bedankte sich. „Das hier ist Fridolin und das hier ist Emma“, erklärte mir Per, bevor er dann ganz eilig losmusste. „Danke, Marie. Du hilfst mir wirklich sehr. Wir sehen uns dann nächste Woche!“ Ich guckte Per kurz hinter her, bevor ich einen erneuten Versuch startete Börre mit meinem Blick zu löchern. „Hast du etwa rumerzählt ich würde den Hof meiner Oma übernehmen?“, hakte ich dann diesmal richtig nach. Er wackelte mit seinem Kopf hin und her, als würde er gerade etwas abwägen. Wahrheit oder Lügen? „Kann schon sein“, gab er dann zu. „Du kennst mich doch gar nicht. Außerdem kann ich den Hof nicht übernehmen, schließlich habe ich ein Leben in Deutschland. Einen Job, meine Eltern und meine Freunde“, erklärte ich. Die Esel begannen an den Stricken zu ziehen. „Wohin bringe ich die denn jetzt erstmal? Hat meine Oma hier auch eine Weide?“, fragte ich und sah wieder zu Börre. Er nickte. „Klar. Komm! Wir wollten sowieso gerade dahin. Die liegt nämlich neben dem Obst- und Gemüsegarten.“ Ich folgte ihm zu einem Zauntor, das zu einer Weide führte und einem eingezäunten Garten. Drumherum standen einige Bäume, die etwas Schatten auf die Wiese warfen. Es sah wirklich idyllisch aus. Anschließend ließ ich die Esel auf der Weide laufen. Börre lehnte an dem Zaun und guckte Fridolin und Emma hinter her, dabei vielen ihm ein paar Nachmittagssonnenstrahlen durch sein dunkel blondes Haar.

„Wollen wir jetzt mal gucken, das du hier die nächsten Nächte auch gut überstehst? Du hast ja gesehen, dass alle Möbel noch abgedeckt sind und außerdem müssen wir uns auch um die Boxen für die beiden kümmern“, sagte er und deutete mit seinem Finger in Richtung der beiden Esel. „Ähm, klar. Das hört sich nach einem guten Plan an“, stimmte ich Börre zu, während er vom Zaun weg trat. Dann liefen wir gemeinsam zum Stall, öffneten dort die Türen, um etwas Licht ins Dunkle zu bringen und ich begann damit mal durchzufegen. Börre wollte Stroh holen und auch Futter, was er bei Per aus der Nachbarschaft abholen konnte. Er war gut eine dreiviertel Stunde weg. Wie weit wohnt denn dieser Per weg? Ich dachte, er wäre ein Nachbar.

Ich hab die Arbeit hier wohl unterschätzt, denn als ich fertig war, war mir unendlich warm und mir tat alles weh. Dafür war der Stall jetzt wieder sauber und die Wassertränken hatten wieder Wasser. „Hey, ich bin wieder da. Hilfst du mir eben mit dem Stroh und dem Futter?“, rief Börre von draußen. Schnell brachten wir alles in den Stall und verteilten das Stroh in den Boxen. Mittlerweile ging die Sonne unter und Börre und ich konnten endlich eine Pause machen. „Ich habe nicht nur Stroh und Futter mitgebracht. Ich habe auch etwas zum Grillen besorgt, weil ich gedacht habe, dass du vielleicht noch nicht einkaufen warst.“ In mir breitete sich Erleichterung aus. „Super! Ich hab einen Bären Hunger“, gab ich zu und half ihm alles fertig zu machen. Börre und ich redeten noch eine ganze Weile, bis er irgendwann nach Hause fuhr.

© Sarah Vinkelau 2021-05-04

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