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Der weiße Kater

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Der weiße Kater | story.one

Es war der glücklichste Tag ihres Lebens. Heute brachten ihre Eltern einen Kater zu sich nach Haus. Sein weißes, dickes Fell und seine Drachengrünen Augen machten ihn umso mehr besonders als alle anderen zuvor. Er war noch ganz klein und sehr verspielt. Pia war ebenfalls noch jung . Sie besuchte nämlich die 2 klasse und war stolz auf ihren Milchzahn, der neulich verfiel. Jedenfalls, behielten sie den Kater. Er war brav und liebevoll. Der Kater gehorchte auf jede Anweisung. Doch nur die Anweisung von Pia. Er mochte Pia sehr und sie empfand das selbe. Als Pia ihre Hausarbeiten erledigte, kam er ruhig und plötzlich an und sprang Rasch auf ihren Schoß. Sie verbrachten sehr viel Zeit. Sei es im Garten auf dem grünen Gras, auf dem Bett in Pia’s Raum oder gar im Badezimmer.

Er war sehr anhänglich nach ihr. Sie starteten den Tag gemeinsam und beendeten ihn wieder.

Jeden Tag verlief das gleiche. Doch nach der Zeit bekam sie nicht so viele Möglichkeiten. Schule, Freunde, ihre Freizeit. Der Kater blieb also allein. Jahr zu Jahr wurde es schlimmer. Pia wuchs und hatte keine Zeit.So vergingen sieben Jahre. Jedes Mal, als sie das Haus verließ, sah er Pia immer zu. Mit seinen Drachengrünen Augen, schaute er neugierig aus dem Fenster und beobachtete sie. Obwohl sie ihn verstieß, abwies und nicht mehr brauchte, blieb er dennoch stets bei ihr.

Ohne, dass sie etwas merkte, krabbelte er jede Nacht in ihr weiches, warmes Bett und kehrte vor dem Sonnenlicht zurück zu seinem Katzennest. Der Kater wurde nur ein Dekorativ für sie. Wie ein Spielzeug, dass wenn man Langweile vertrieb, ihn in die Hände nahm und spielte.

Zwei Jahre später, verlor Pia ihren Kampf mit Krebs. Sie erkrankte schon seit langem. Die Eltern verfielen in größter Trauer. Ihre Freunde waren traurig. Alle trauerten und weinten. Blickend auf die alten Fotos. Pia war ein guter Mensch. Bloß im Jugendalter hatte sie die falsche Bahn erwischt. Doch wo war der alte weiße Kater?Ach… es saß seit dem nur vor dem Fenster. Sitzend , wartend auf der Bank. Worauf wartete er wohl? Er wartete auf Pia’s Rückkehr. Sei es Winter, Sommer, Herbst. Er verstand nicht wo sie war. Der Kater dachte, sie hätte ihn verlassen. Sie ginge fort von ihm, weit weg. Darum wartete er dort. Selbst, war er alt und schwach geworden. Jeden Tag in gleicher Position.

Einige Jahre später vergaßen sie Pia. Alle lebten wohl ihr Leben. Man solle loslassen, behaupteten ihre damaligen Freunde. Nur der Kater wartete, immer noch am selben Fenster. Geduldig, auf den nächsten Tag während sein Tod ihm immer näher kam.

© @SaraMiller 2021-05-05

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