skip to main content

#bergsteigen#wandern

Auf den Kilimanjaro!

  • 85
Auf den Kilimanjaro! | story.one

„Und bevor ihr nicht auf dem Gipfel gewesen seid, will ich Euch beide hier nicht wiedersehen!“ meinte die Vermieterin des Arusha Resort, bevor wir im Sammeltaxi Richtung Kilimanjaro abfuhren. Wir hatten eine gemütliche Aufstiegsroute gewählt, den „Kikelewa-Weg“, der am Dorf Rongai an der kenianischen Grenze anfängt, und dort trafen wir auch das Team.

„Was, um Himmels Willen, haben wir hier nur gebucht..?“ fragte ich ungläubig, als ich die Mannschaft für nur uns beide sah, bestehend aus sieben Trägern, Koch und zwei Führern.

Das sei ganz normal, meinte der junge Guide Yohana, und wir werden alle Männer brauchen, 2 davon tragen das Hauptgepäck und jeweils einer unsere Zelte, Teamzelte, Teamgepäck, Essensvorräte sowie Koch-Utensilien und Geschirr. Außerdem hätten wir noch einen sehr erfahrenen Führer mit, Babu, der schon unzählige Male am Gipfel war und ihn, Yohana, einschulen sollte, er selbst sei nämlich noch eher neu in der Branche. Aber alles kein Problem, wir seien ein gutes Team, nur nicht nervös werden, wer alles langsam angeht kommt auch sicher ans Ziel, darum immer „pole, pole“ - langsam, langsam.

Nach unserer Registrierung startete eine gemütliche Wanderung durch die artenreiche Vegetation des Bergregenwaldes und nach ein paar Stunden erreichten wir unseren ersten Lagerplatz. Die Zelte waren bereits errichtet und beim schmackhaften Abendessen konnten wir Geier und Erdhörnchen beobachten. Auf eine ruhige Nacht folgte ein stärkendes Frühstück, und daß wir uns ums Team nicht zu kümmern brauchten, meinte Yohana, sie werden uns dann schon einholen, und tatsächlich, als wir gerade durch die Moor- und Heidekrautlandschaft wanderten, überholten uns nach und nach Zelte, Gepäck, riesige Rucksäcke und zu guter Letzt spazierte eine riesige Kühltruhe an uns vorüber, an der auch noch ein laut vor sich hin dudelndes Radio hing.

Nach einer unbeschwerten Nacht folgte die nächste Etappe moderat bergan zu einem Nebengipfel, dem schwarzen Mawenzi, von wo aus wir am nächsten Tag durch eine ewig erscheinende Steinwüste zur „School-Hut“ aufstiegen.

Ein eisiger Schneewind blies uns ums Zelt, als wir gegen Mitternacht zum Gipfelsturm aufbrachen. Über die frisch verschneiten Bergflanken stapften wir in sehr rücksichtsvollem Tempo hinauf und so eng hintereinander, daß ein Schritt erst möglich war, als der Tritt des Vorangehenden frei wurde. Nach einem wärmenden Tee beim „Gilman's Point“ nahmen wir die letzten 200 Höhenmeter in Angriff und erreichten gerade zum Sonnenaufgang den Gipfel am Dach Afrikas, ein erhebendes Gefühl!

Nach kurzer Stärkung bahnten wir uns den Rückweg durch erst aufsteigende Partien und kürzten einen guten Wegteil ab, indem wir durch ein frischverschneites Geröllfeld abrutschten.

Groß war die Freude beim Rest des Teams uns so früh schon wiederzusehen, und hurtig übersprangen wir ein weiteres Lager am Abstieg, was es uns allen ermöglichte, schon einen halben Tag früher wieder daheim zu sein.

© Siegi Kaml 2021-01-31

Bergerlebnis

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.