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Airport Turbulenzen

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Airport Turbulenzen | story.one

Nicht nur die Wurst hat ein Ende, leider auch unser Aufenthalt im wunderschönen Edinburgh. Einige Flüge haben sich verspätet, wir warten in einer langen Schlange, um unser Gepäck aufzugeben. Da der beste aller Väter seinen Whiskyvorrat aufstocken möchte, hat er etliche Flaschen, reichlich gefüllt mit köstlichem Wasser des Lebens, in Pullis und Shirts gewickelt, und um dem nicht bruchsicheren Hochprozentigem Halt zu geben, hat er sie mit den Büchern, die ich zu Schnäppchenpreisen bei Woolworth erstanden habe, stabilisiert.

„Dieser Koffer ist zu schwer“, warnt uns ein freundlicher Airport Angestellter und schlägt uns vor, einen Teil des Gepäcks in den zweiten, leichteren Trolley umzupacken. Natürlich nehmen wir das Angebot an, aber mir ist es ein wenig peinlich, dass nun alle in der Reihe hinter und neben uns Einblick in das Innenleben unserer Reisetaschen erhaschen können und uns vermutlich das Etikett schwere Alkoholiker verpassen.

Nun, die erste Hürde war übersprungen, nun wartete noch der persönliche Check und das Durchleuchten des Handgepäcks auf uns. Wieder müssen wir uns in Geduld üben. Doch plötzlich wird der beste aller Väter von der Security zur Seite gezogen, da er aufgrund seiner dunklen Mähne und dem Rauschebart, weil er im Urlaub auch seinem Rasierer ein paar freie Tage gönnt, offensichtlich dem Fahndungsfoto eines Terroristen ähnelt, der gefährliche Substanzen schmuggelt. Während ich unbehelligt durch die Sicherheitsschranke schreite, muss er sich der Schuhe und des Gürtels entledigen und wird zusätzlich noch einer Leibesvisitation unterzogen.

Mir bleibt jedoch gar keine Zeit, den Armen zu bedauern, da unser Handgepäck dem Flugpersonal auch verdächtig erscheint. Zum Glück ist der schottische Airport Officer sehr höflich und er erkundigt sich bei mir, was wir denn so alles eingepackt hätten. Da ist guter Rat teuer, denn fürs Kofferpacken ist bei uns nur der beste aller Väter zuständig, da er imstande ist, mit seinen magischen Händen den größten Wäscheberg so zu falten, dass er in den allerkleinsten Liliputkoffer passt. Da ich keinen blassen Schimmer habe, ob vielleicht eine der brennbaren Flüssigkeiten versehentlich im Handgepäck herumkullert, tippe ich auf Ale, da dem Connaisseur auch Malziges mundet.

Nun, das muss überprüft werden und ich werde aufgefordert, den Trolley zu öffnen.

Nur wie, denn wir haben die blitzblaue Reisetasche erst kurz vor unserer Heimreise erstanden und ich erwische natürlich den falschen Zipp, der lediglich das Volumen des Gepäckstücks vergrößert. Beim zweiten Anlauf, unter Aufsicht des wirklich geduldigsten Officers der schottischen Airport History, der jetzt wie Kermit der Frosch grinst, bin ich erfolgreicher, und aus penibel verpackten Pyjamas rollen zwei Gläser von Grandma’s Homemade Jam, die für meine Mutter gedacht waren.

Von diesem bedrohlichen Souvenir müssen wir uns leider trennen, Hauptsache der Whisky kann die Grenze heil passieren.

© Silvia Peiker 2021-03-27

cultureclubReisenReif für die InselBetonFeder

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