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#natur

Aufstand der Ents

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Aufstand der Ents | story.one

Was wäre, wenn sich die Bäume gegen uns erheben, da wir sie mit giftigen Emissionen und weitläufigen Abholzungen knechten, so wie die riesigen Ents in der Triologie „Der Herr der Ringe“? Tolkiens Baumhirten sollen die Pflanzen, vor allem die Bäume, vor schädlichen Einflüssen beschützen. Wo ist unser mächtiger Baumbart, der als ältestes Lebewesen unter der Sonne auf Mittelerde wandelt und die Menschheit noch rechtzeitig, in den allerletzten Minuten vor Zwölf, zur Vernunft bringt? Auch im Fantasy-Abenteuer ist es, wie im wirklichen Leben, der Mensch, der die Umwelt bedroht. Und das schon seit sehr langer Zeit.

Es sind schon viele Jahre ins Land gezogen, seitdem meine Großmutter, gemeinsam mit vielen anderen freiwilligen Helfern, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges den zerbombten Wald in meinem Heimatort wieder aufgeforstet hat. Ihre vom Felddienst zerfurchten Hände haben liebevoll viele zarte Föhrenbäumchen in den Boden eingegraben, mit der Zuversicht im Herzen, den Bäumen beim Wachsen zusehen zu können.

Lebhaft erinnere ich mich daran, wie Oma und ich auf der schmalen Bank vor ihrem kleinen Haus andächtig sitzen und uns an den vielen unterschiedlichen Vogelstimmen aus dem kleinen, wieder erblühten Wäldchen erfreuen, das nur durch eine, damals noch unbefestigte, Straße von ihrem Grundstück getrennt ist.

Leider dauert es nicht lange und jemand setzt die unbegreifliche Idee in die Tat um und verkauft den Gemeindewald in einer Region, die aufgrund ihrer flachen Landschaft und des beständigen Windes zu versanden droht, an kaufkräftige Unternehmer. Die Kreissägen dröhnen tagelang und der Jungwald wird bis auf ein paar wenige Föhren, die auf den neuen Gewerbegründen zwecks Dekoration geduldet werden, abgeholzt.Und das einst wohltuende Gezwitscher und die saubere Luft in Omas Garten müssen lautem Fabrikslärm und ungesunden Autoabgasen weichen.

Leider hatte meine naturverbundene Großmutter keinen prominenten Umweltschützer wie Adriano Celentano an ihrer Seite, der in seinem Song „ Il ragazzo della via Gluck“ anklagend singt:

„Da wo Gras war, ist jetzt eine Stadt und jenes Haus inmitten des Grüns, wo mag es jetzt sein? Ich weiß nicht, warum sie weiterhin Häuser bauen und kein Gras übriglassen?“

Ohne Bäume keine Luft zum Atmen. Nur sie verwandeln den Kohlenstoff, den wir reichlich produzieren, in kostbaren Sauerstoff. Eine Symbiose, auf die wir beide, Bäume und Menschen, wenn wir unsere eigene Art bewahren wollen, schwerlich verzichten können.

Deshalb lasst uns lernen aus bereits begangenen Umweltsünden. Pflanzen wir in unseren Gärten und in unserer Umgebung neues Leben, sichern wir unseren Kindern und Kindeskindern eine Welt, in der es sich zu leben lohnt.

Herzlichen Dank an Gustav Gullstrand für das stimmungsvolle Foto!

© Silvia Peiker 2021-05-25

Weltfragen Klima- und UmweltschutzLebensbäume

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