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Barbara Hepworths Skulpturengarten

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Barbara Hepworths Skulpturengarten | story.one

Hinter hohen Granitmauern verborgen reihen sich im hellen Licht der Julisonne abstrakte Skulpturen zwischen Bambus, Palmen und Kakteen, offenbaren das Lebenswerk einer außergewöhnlich talentierten Bildhauerin. Schon William Turner war in seinen GemĂ€lden den magischen Lichtreflexen, die die Sonnenstrahlen auf die MeeresoberflĂ€che in der Bucht von St. Ives zaubern, erlegen. So wie viele KĂŒnstler vor ihr errichtete auch Hepworth, die so wie Henry Moore an der Leeds School of Arts Kunst studierte, ihr Atelier im malerischen KĂŒstenort Cornwalls, der mit weißem Sand und kristallklarem Wasser Karibikfeeling aufkommen lĂ€sst und Surfbegeisterte aus der ganzen Welt anlockt.

Auch wir können uns dem Charme des Sculpture Gardens nicht entziehen und flanieren leichtfĂŒĂŸig zwischen den rund 50 Kunstwerken aus unterschiedlichsten Materialien und teilweise exotischen Pflanzen.

Das Museum und der Skulpturengarten sind Teil der berĂŒhmten Tate Gallery und unsere beiden MĂ€dchen, die Kunstgeschichte und Architektur studieren, starren gebannt auf Hepworths Werke, die durch ihre MonumentalitĂ€t und zeitlose Eleganz bestechen.

Zwischen den karmesinroten BlĂŒten eines Rosenstrauchs blitzen die dunklen Umrisse einer kugelförmigen Bronzeskulptur hervor, aber auch allerlei kunstvoll gestaltete Formen aus grauem und weißem Alabaster und Marmor von Seravezza oder Purbeck fĂŒgen sich kontrastreich in das grĂŒne Idyll. WĂ€hrend viele Plastiken aus Bronze gegossen oder aus Marmorblöcken gehauen wurden, finden sich vereinzelt auch Werke aus Messing, Kalkstein oder Holz vom Nussbaum oder der Ulme.

Meistens ist fĂŒr mich die Sinnhaftigkeit von abstrakter Kunst wie hinter einer Nebelwand kaum greifbar, aber dieses Mal genieße ich den Anblick der Ă€sthetisch reizvollen und schwunghaften Figuren, der glĂ€nzenden, aber auch teilweise von der Witterung erodierten, matten Steine, die mit den mannigfaltigen GrĂŒnschattierungen der Flora und dem strahlenden Blau des Himmels ĂŒber unseren Köpfen eine harmonische Symbiose eingehen.

Auf dem stark verwitterten steinigen Ufer des kleinen Teiches hĂŒpfen zutraulich im Schatten von Efeuranken, Farnen und rosafarbigen Bergenia sĂŒĂŸe Rotkehlchen herum und verleihen so den perfekt arrangierten Ausstellungsobjekten eine fröhliche Lebendigkeit.

Durch eine große Glasscheibe werfen wir einen Blick in die unaufgerĂ€umte KĂŒnstlerwerkstatt, wo die aufgeschlagene Seite des Kalenders an der Wand an Hepworths tragischen Tod im Mai 1975 erinnert, der die Bildhauerin und Malerin im Schlaf durch eine glimmende Zigarette ereilte.

Ich bin fasziniert vom Schaffensdrang der KĂŒnstlerin, der es gelang, sich mit Talent und Fleiß in der Kunstwelt, die von MĂ€nnern dominiert wird, durchzusetzen. Der Ausflug im Sculpture Garden hat mein Interesse an Bildhauerei geweckt und ich freue mich schon darauf, in der Tate Gallery in London auf weitere Werke von Barbara Hepworth zu treffen.

© Silvia Peiker 2021-03-13

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