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#schulzeit#kinderwelt#rausindienatur

Blühender Schulgarten

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Blühender Schulgarten | story.one

Ein ungewöhnlich warmer Frühlingsbeginn lässt die zarten Knospen des alten Apfelbaums wie durch Zauberhand über Nacht aufspringen und überrascht Schüler*innen, Pädagog*innen und Eltern am nächsten strahlendblauen Morgen mit einer rosigen Blütenkrone.

„Ich hab‘ schon die erste Biene gesehen!“schallt uns Marinas helle Stimme freudig entgegen, als sie mit ihren Schulkameradinnen vom Schulgebäude zur Wiese läuft, auf der der alte Obstbaum im Sommer mit seinem dichten Blätterkleid wohltuenden Schatten spendet. Im Herbst werden wir dann wieder viele gelbe, säuerlich schmeckende Äpfel ernten, aber auch Walnüsse, die der kühle Wind dann von den reich behangenen Ästen des Nussbaumes, der sich am Rand des Fußballfeldes in den Himmel reckt, schüttelt. Auch diese Früchte sind heiß begehrt bei den Volksschüler*innen und die harte Schale eignet sich hervorragend zum Basteln.

Nach den langen Wintermonaten freuen wir uns schon auf das Aufblühen unseres Hochbeetes, dass die Kinder im vergangenen Jahr liebevoll mit Frühjahrsblühern bepflanzt haben. Nun wiegen sich die Köpfchen der zarten Schneeglöckchen in der lauen Brise und die ersten Krokusse, Narzissen, Hyazinthen und Tulpenblätter strecken sich den Sonnenstrahlen entgegen.

„Bitte nicht auf unsere Schachbrettblume setzen!“mahnt Marvin erbost eine Mutter, die sich auf die Holzeinfassung unseres Beetes gesetzt hat, um die Wartezeit auf das Unterrichtsende ihres Sohnes zu überbrücken. Auf diese Blume sind die Kinder und ich besonders stolz, denn das feine geometrische Muster auf den violetten, glockenartigen Blütenkelchen kürt sie zum Starmodel unter all den anderen Gewächsen, zu denen auch Lavendel und die lila Blüten des Immergrüns zählen.

Vor den Pavillons der Nachmittagsbetreuung haben die Schüler*innen mit den Pädagog*innen eine Kräuterspirale angelegt, aber auch Erdbeerpflänzchen und Himbeersträucher werden bald mit ihren roten Früchten zum Naschen verlocken. Am Zaun sprießen Forsythien, weißer Jasmin und duftender Flieder und sorgen dafür, dass viele Insekten und Schmetterlinge zu uns auf Besuch in den Schulgarten kommen.

In den sternförmigen Blüten der Forsythien habe ich dann im April die von den Kindern mit Wolle gewebten Osternester versteckt. Im Oktober haben wir gemeinsam die bunten Blätter der vielen Sträucher und Bäume auf einen Haufen gerecht, in die sich die Burschen und Mädchen schließlich übermütig warfen.

Plastikabfall, den die starken Herbststürme von den Containern des angrenzenden Supermarktes über die niedrige Mauer geweht hatten, holten die Umweltspürnasen akribisch hinter den Sträuchern hervor und sie entdeckten dabei auch viele schöne Schneckenhäuser, die wir nach eingehender Begutachtung wieder behutsam unter die schützenden Zweige der dichten Hecken gelegt haben.

Auch ein Schulgarten kann ein Paradies für Kinder und für Erwachsene sein.

© Silvia Peiker 2021-04-22

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