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Die mit den Barrakudas schwimmt

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Die mit den Barrakudas schwimmt | story.one

Strom, Strömung, Strömungstauchen. Wo? Am besten in den karibischen Gewässern rund ums Inselreich Trinidad und Tobago. Doch ohne Tauchtraining kein leichtes Unterfangen. Esther tauscht Schere und Kamm gegen Tauchmaske und Schnorchel und übt im 5,40 m tiefen Becken des Wiener Stadthallenbads den Druckausgleich. Es ist notwendig, diesen zu beherrschen, damit das Abtauchen in bis zu fünf Meter Tiefe ohne Sauerstoffflasche die Ohren nicht schmerzhaft klingeln lässt. Zusätzlich trainiert sie Atemtechniken, um bis zu 3 Minuten unter Wasser die Luft anhalten zu können.

Von der Hauptinsel Trinidad wechselt sie zum kleineren Eiland Tobago, das vor der Nordküste Südamerikas mit Palmen und unglaublich schönen Korallengärten das Herz der allein reisenden Urlauberin höher schlagen lässt.

Auf Tobago warten an jeder Ecke Boote, die Entdeckungsfreudige gegen Bakschisch aufs offene Meer zu den Riffen schippern, dort wo sich exotische Fische im kristallklaren Ozean tummeln. Die im Strömungstauchen unerfahrene Wiener Haarkünstlerin, deren Wurzeln nach Graz reichen, wird ein Guide begleiten, der ihr Unterwasser nicht von der Seite weicht.

Die Sonnenstrahlen spiegeln sich in den türkisblauen Wellen und verwandeln die bewegte Oberfläche der hohen See in ein funkelndes Glitzermeer. Esther und ihr sportlicher, braungebrannter Begleiter hechten, mit Flossen, Taucherbrille und Schnorchel ausgerüstet, von der Reeling in die einladend warmen Fluten, versinken kopfüber im Meer, bis sie sich im Sog der Strömung zusammen mit den bunten Fischschwärmen treiben lassen können. Es macht Spaß, inmitten der farbenprächtigen Unterwasserwelt leicht wie Plankton zu schweben. Esther und Bob tauchen immer wieder hoch, um Luft zu schnappen, nur um rasch wieder mit kräftigen Flossenschlägen zur karibischen Zauberwelt abzutauchen.

Aber das faszinierendste Abenteuer erlebt Esther erst am Ende des Strömungstauchgangs. Als sich wie aus dem Nichts plötzlich ein Schwarm Barrakudas unweit von ihr formiert. Deutlich zeichnen sich die spitzen Fangzähne der Raubfische im Kontrastspiel zwischen den sphärisch hellen Sonnenstrahlen auf den soliden, silbrig glänzenden Fischkörpern ab. Die starren Augen der bis zu zwei Meter großen Raubfische scheinen sie zu fixieren, zeigen aber zum Glück kein Interesse für die menschlichen Eindringlinge in Neptuns Reich.

Viele unvergessliche Erinnerungen nimmt Esther mit nach Hause, als sie mit Lederschildkröten, die zwischen Mai und August am Turtle Beach ihre Eier ablegen, schwimmt. Am feinen, goldenen Sandstrand von Englishman's Bay relaxt sie entspannt in der Hängematte, und sie genießt die Gastfreundschaft der Insulaner, die stets bereit sind, Tourist*innen unentgeltlich mit ihren fahrbaren Untersätzen von A nach B zu bringen. Sie hat beide Facetten des Karibikreichs kennengelernt: heftige Regengüsse und Erdrutsche im Wechsel mit Exotik unter Palmen und unter Wasser.

© Silvia Peiker 2022-04-03

Reif für die Insel

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