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#unbeschwertesreisen#reiffürdieinsel

Es kann nur einen geben

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Es kann nur einen geben | story.one

Mit Wehmut im Herzen verlassen wir Skye über die geschwungene Brücke, die die kleine Insel mit den Highlands verbindet, und von der wir einen spektakulären Ausblick auf den Atlantik genießen. Wir befinden uns bereits auf unserem Rückweg nach Edinburgh, doch zuvor peilen wir noch Eilean Donan Castle an. Als wäre es einem Märchen entsprungen, erheben sich die Zinnen der uralten Mauern, die als Schutzwall gegen Angriffe der Wikinger im 13. Jahrhundert erbaut worden waren, umrahmt von grünen Hügeln auf einer kleinen Insel am Loch Duich in der Nähe von Dornie.

Tief in Gedanken an den Film Highlander versunken betreten wir die steinerne Brücke, die zum Stammsitz des Clans der Macrae führt. Hier wurde Christopher Lambert, der die Rolle des unsterblichen Connor MacLeod verkörperte, in den Fluss geworfen, und in dieser prächtigen Kulisse hat er mit dem Schwert um sein Leben gekämpft. Aber auch Pierce Brosnan alias James Bond verschlug es 1999 in die Gemächer der Burg, deren dicke Wälle eine perfekte Wahl für das schottische Hauptquartier des MI6 darstellten.

Während unserer Guided Tour durch die restaurierten Türme und Geschoße der Burg, die auch mit einem Geheimgang aufwarten kann, erfahren wir, dass die Festung im 14. Jahrhundert Robert de Bruce Asyl gewährte, als er sich während des ersten schottischen Unabhängigkeitskriegs vor den Engländern verstecken musste.

Weiter geht’s an die Ostküste Schottlands, zu den eindrucksvollen Ruinen von Dunnottar Castle, das seit der Zeit der Pikten seinen historischen Platz in der Geschichte des Landes behauptet hat. Nahe dem pittoresken Dorf Stonehaven, das vom Fischfang lebt, thront die wehrhafte Burg auf einem von den kühlen Wellen der Nordsee umspülten Felsen und kann nur durch einen schmalen Küstenpfad, der sich steil nach oben schraubt, vom Land aus erreicht werden.

Auch hier hat die Geschichte ihre Fußabdrücke hinterlassen, als im Jahr 1651 die Schotten die Kronjuwelen, die man vorsorglich in Säcken gefüllt mit Wolle auf dem Seeweg geschmuggelt hatte, im Innern der Festung verborgen und so vor Oliver Cromwells Zugriff bewahrt hatten.

Im Reiseführer lesen wir, dass dieses alte Gemäuer bereits mehrmals für Dreharbeiten mit historischem Touch auserkoren wurde. Ein erblondeter Mel Gibson sinnierte in der Rolle des melancholischen Hamlets unter der Regie von Franco Zeffirelli unter einem wolkenverhangenen Himmel, Aug in Aug mit dem bleichen Totenschädel:

SEIN ODER NICHTSEIN, DAS IST HIER DIE FRAGE!

Es scheint, als hätten auch wir den idealen Ort gefunden, um zwischen den Überresten der einst mächtigen Burg, dem rauschenden Meer und der leichten Brise, die mir die Haare ins Gesicht weht, über den Sinn des Lebens nachzudenken.

© Silvia Peiker 2021-03-29

Reif für die Insel

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