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Flitterwochen auf Ibiza

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Flitterwochen auf Ibiza | story.one

Schwupps, und schon liefert sich der purpurrote Heidelbeersaft mit den hellen Türkis- und Lilatönen meiner leichten Sommerhose ein Farbduell. Unser Flug hat Verspätung, die Nerven meines frisch angetrauten Ehemanns sind vor seinem Jungfernflug zum Zerreißen gespannt, als er mein Glas mit einer fahrigen Bewegung seiner Hand vom Tresen fegt.

Turbulent geht es weiter, denn hoch über den Wolken sackt unser Jet immer wieder in Luftlöcher und meine Füße baden plötzlich in edlem Champagner, den die Passagiere hinter uns verschütten. Eine der Stewardessen trifft es schlimmer, sie bricht sich beim unerwarteten Absacken der Maschine ihren Arm.

Atemberaubend ist der Landeanflug, denn es scheint, als würden wir auf den dunkelblauen, rasch näherkommenden Wellen aufsetzen, da sich der Flughafen direkt an der Küste befindet.

Mit dem Bus schippern wir entlang der traumhaften Küste zu unserem Club nach Portinatx im nördlichen, grünsten Teil der Insel, beziehen rasch unseren kleinen Bungalow. Bei Paella und Sangria lernen wir ein junges oberösterreichisches Pärchen kennen. Gleich nach dem Frühstück steigen wir in den nächsten Tagen die steilen Klippen hinunter, um in einer einsamen Bucht, so wie Gott uns schuf, im glasklaren Wasser zu schnorcheln. Sabine und ich schwimmen aufs Meer hinaus und geraten in einen Schwarm kleiner Kalmare. Die mag ich eigentlich nur auf dem Teller und wir suchen rasch das Weite.

Einzig die Seeigel, die an den nassen Steinen kleben, stören ein wenig, da wir nur von den Felsen ins Meer springen können, und nach dem erfrischenden Bad erwartet uns dann eine rutschige Kletterpartie.

Am Abend brechen wir ins Casino nach Eivissa, der Hauptstadt, auf. Im noblen Ambiente bestelle ich durstig ein Glas Wasser und muss heftig husten, als ich einen kräftigen Schluck hinunterkippe. Entweder ist mein Englisch so schlecht, die Musik so laut, oder die spanischen Kellner servieren nur Alkoholika, denn die durchsichtige Flüssigkeit in meinem Longdrinkglas entpuppt sich als purer Wodka. Wir schütteln uns vor Lachen, während wir dem Gesang der in die Jahre gekommenen Gruppe The Platters lauschen, die ihren Welthit „Only You“ schmettern.

Nach einer kurzen Pause schwingen fesche Tänzerinnen ihre bunten Flamencoröcke auf der Bühne, während sie von ihren Tanzpartnern über das Parkett gewirbelt werden. Beschwingt lassen wir den schönen Abend an der Bar mit Cocktails ausklingen und werden eingeladen, auf den Geburtstag einer jungen Flamencotänzerin anzustoßen.

Als sich das Taxi die kurvige Küstenstraße hinaufschlängelt, möchte ich mich am liebsten in den Ozean stürzen, dessen schwarze Oberfläche weit unter uns im Mondlicht glänzt. Der Viertelliter Wodka und die Cocktails zeigen ihre Wirkung und am nächsten Morgen gucke ich genauso verkatert aus der Wäsche wie die jungen, rothäutigen Briten, die schon am Vormittag mit etlichen Drinks abgefüllt wie Dummys in den Liegestühlen beim Pool in der Sonne brutzeln.

© Silvia Peiker 2021-04-06

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