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#unbeschwertesreisen#reiffürdieinsel

Glenmorangie

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Glenmorangie | story.one

Von unserem kleinen Ferienhaus in Buckie, das direkt an der Moray Coast liegt, schlängelt sich unser Mietwagen die Küstenstraße über Inverness und der Black Isle nach Tain in den Norden hinauf. Es dauert nicht lange, bis wir den gemauerten Schornstein der Distillery namens Glenmorangie erblicken. Die Brennerei ruht unmittelbar an der idyllischen Nordseeküste, was den Vorteil hat, dass die salzige Meeresbrise das Aroma des dort gebrannten Whiskys verfeinert.

Neugierig buchen wir die Führung, die uns im ersten Schritt Einblick in die Produktion der Maische in den riesigen Bottichen gibt. Dort umweht uns der süßliche Duft des Gerstenbreis, der Erinnerungen ans Bierbrauen weckt. Weiter geht’s zu den sogenannten wash stills, den großen Brennblasen, wo, wie wir schon von anderen Destillerien wissen, im ersten Brenndurchgang das Grunddestillat hergestellt wird. In den sogenannten spirit stills findet der zweite Brenndurchgang statt, bei dem die endgültige Stärke des hochprozentigen Wassers des Lebens generiert wird. Dieser Spirit, der sich noch nicht Whisky nennen darf, wird schließlich in Eichenfässer abgefüllt und in den warehouses für eine bestimmte Zeit gelagert. Dort erst erhält das edle Getränk seine markanten Aromen, das es den Dauben der Fässer, in denen zuvor Bourbon, Port, Rum, Sherry und diverse andere Spirituosen und Weine herangereift waren, entzieht.

Im warehouse stecken wir unsere neugierigen Nasen in ein Fass, dass unsere kundige Führerin extra für die Besucher geöffnet hat. Nun sollen wir erraten, welche Palette von flavours sich entdecken lässt. Der beste aller Väter nimmt sogleich die Spur des Sherrys sowie der Vanille- und Karamellnoten wahr, die typisch für den Edelbrand namens Lasanta sind. Unser Guide bemerkt sogleich mit einem verschmitzten Augenzwinkern, dass der beste aller Väter ein erfahrener Whiskygourmet ist.

Um den Besuch der Distillery abzurunden, lassen wir uns im Shop die unterschiedlichen Whiskysorten schmecken. Die Sorten Lasanta, Quinta Ruban und Nectar d'Or schmeichelt auch meinem ansonsten abstinentem Gaumen.

Mit großem Erstaunen stelle ich fest, dass die Brennerei nicht mehr in schottischem Besitz ist. Sie befindet sich nun in fester Hand des französischen Modelabels Louis Vuitton, wodurch sich auch die exorbitanten hohen Preise der Merchandising Produkte erklären lassen.

Bei der Erkundung des Geländes sticht uns ein amerikanischer Oldtimer aus den 60er Jahren mit dem Schriftzug der Distillery in knalligem Orange ins Auge. Später stoßen wir auf einen Imbisswagen, der köstlichen Lachs, der zuvor in Maische gebeizt wurde, anbietet. Gemeinsam mit Wedges und Dipp mundet der Fisch vorzüglich und der anschließende Verdauungsspaziergang zum einsamen Strand bietet wundervolle Ausblicke auf einen mit dunklen Wolken verhangenen Himmel und das silbergraue Meer.

© Silvia Peiker 2021-10-01

Reif für die InselSKANDINAVIEN—SCHOTTLAND

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