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#denkanstoß

Die Freunde der anderen …

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Die Freunde der anderen … | story.one

Genau genommen geht es um die Freunde unserer Freunde, seien sie weiblich oder männlich. Und im Ernstfall geht es um die Freunde unseres Partners.

Was machen wir, wenn wir die Freunde uns nahestehender Menschen nicht mögen oder gar als "furchtbar" empfinden? Ich habe bisher keine wirkliche Antwort gefunden, die ich allgemeingültig empfehlen könnte. Denn nicht nur ich stelle mir ab und an diese Frage, auch der eine oder andere meiner Coaching-Klienten fragt mich, wie man bestmöglich mit dieser Problematik umgehen könnte.

Falsche Freundlichkeit ist dauerhaft keine Option, sie käme einem Selbstverrat nahe. So zu tun, als sei alles paletti ist auch nicht wirklich hilfreich. Besser den Mut aufbringen und Tacheles reden, als um den heißen Brei herum.

Mein Mann und ich haben uns kennengelernt, als wir die Lebensmitte erreicht hatten, mit einem gerüttelt Maß an Lebenserfahrung auf der persönlichen Habenseite. Peter ist 10 Jahre jünger als ich.

Familiär sind wir eher ein kleiner Kreis, und auch die Zahl unserer Freunde passt locker an einen Terrassentisch. Zudem hat Peter seine Freunde, und ich die meinen. Es gibt selten Überschneidungen. Und auch keine Pärchenbekanntschaften. Außer seiner Schwester und ihrem französischen Lebensgefährten. Es gibt keine festiven Pflichtveranstaltungen und sonstige familiären Erwartungen, denen wir gegenseitig nachkommen müssen. Ein Konzept, das ich wärmstens empfehlen kann.

Sollte mein Mann einen meiner Freunde nicht mögen, würde ich ihn nach dem Grund seiner Antipathie fragen, aber auf keinen Fall würde ich eine Diskussion vom Zaun brechen. Der Partner sollte ÜBER den Freunden stehen. Immer. Und noch eine Empfehlung, die ich meinen Klienten (vor allem den Frauen) ans Herz lege: Breiten Sie Ihr Privatleben bitte nicht unnötig oder via small talk vor Dritten aus. Besser ist im Ernstfall (!) das Aufsuchen eines professionellen Ratgebers, der zur Verschwiegenheit verpflichtet ist.

Zurück zum Hauptthema:

Vor kurzem habe ich in einer solchen Situation eine Entscheidung getroffen. Eine Frau, nennen wir sie Renate, die ich sehr mag und schätze, kam in Begleitung einer befreundeten Landsmännin in unseren Shop, auf die ich allergisch reagiere. Nachdem sie mir bei zwei Gelegenheiten dumm gekommen war, ignoriere ich sie nun. Sie ist dieser Typ, der innerhalb einer Sekunde von sch..freundlich auf herablassend umschalten kann, wenn die Dinge nicht nach ihrer Nase laufen.

Nach einigem Überlegen habe ich Renate eine längere Mail geschrieben, in der ich ihr meine Sicht der Dinge schildere, und warum ich ihre Bekannte in bewusster Absicht ignoriere. Diese meine Zeilen gründen auf Respekt für Renate, sie ist eine tolle Frau. Sie schätzt als regelmäßige Leserin meine Geschichten auf story.one und weiß, dass ich ihr eine Nachricht mit diesem Inhalt nicht aus irgendeiner Laune heraus geschrieben habe, sondern dass es mir ernst ist.

Eine neue Erfahrung wartet auf mich. Ich bin gespannt …

© Solandra 2021-10-16

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