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Wo ist mein Urvertrauen

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Wo ist mein Urvertrauen | story.one

Habe ich überhaupt schon einmal ein Urvertrauen gehabt? Lange Jahre wusste ich gar nicht das es so etwas gibt. Doch als ich es erfahren habe was ein Urvertrauen ist, wurde ein weiteres Puzzleteilchen in meinem Leben sichtbar. Aha, daher immer diese diffusen Ängste. Angst wovor, weshalb? Gefühle wie, das kannst du nicht, das macht man nicht, was denken den die Andern oder sei nicht so albern. All diese Gefühle konnte ich nicht einordnen. Im Geheimen dachte ich mir schon, mit mir stimmt was nicht. Ja ich bin da, aber was soll das Ganze.

Zuerst einmal! Das Urvertrauen ist die Basis für eine emotional stabile Persönlichkeit und eine positive Grundeinstellung zum Leben. Es hat einen grossen Einfluss auf unser Selbstwertgefühl und unsere Sicht auf die Welt. Der Grundstein für das Urvertrauen wird in den ersten Lebensmonaten eines Kindes gelegt. Ich würde jedoch behaupten, es fängt schon vor der Geburt an. Ist man gewollt oder “nur ” ein Unfall.

Urvertrauen ist eine Grundlage für:

Vertrauen auf sich selbst,

Vertrauen auf andere,

Vertrauen in das Ganze, in die Welt.

Also ich bin ja schon mal froh, dass ich weiss was mit mir los ist. Und deshalb versuche ich auch ein Urvertrauen, dass ich nicht automatisch mitbekommen, aufzubauen. Es jedoch so, ich glaube, dass ein Urvertrauen nicht vollständig aufzubauen ist. Denn ich tappe immer wieder in“URVERTRAUEN-FALLEN”.

Das hat auch etwas mit dem Zellgedächnis zu tun. Oft habe ich das Gefühl, dass ich gewisse Themen schon längst verarbeitet auf aufgelöst habe. Und doch ist da immer noch eine Reaktion, die unerwartet in mir aufsteigt, wenn ich gewisse Situationen begegne. In all den Jahren, da ich ja auch gute Lebenserfahrungen gemacht habe, sollte ich doch soweit geerdet sein, dass ich mir nicht mehr um alles und jeden Gedanken machen sollte oder manchmal grundlos traurig oder wütend bin. Aber es ist nun mal so, da helfen auch alle guten "Ratschläge" nichts.

Aber wie gesagt, zu wissen, was der Grund für all meine diffusen Ängste ist, ist für mich schon eine grosse Erleichterung.

Aber wer würde mich vermissen, wenn ich nicht mehr da bin?

Niemand. Ok, meine Kinder. Ja, ein bisschen vielleicht. Ich bin ja ihre Mutter.

Und am Muttertag denkt man ja daran. So wie nächsten Sonntag.

Wie hasse diesen Muttertag!

Gerade heute habe ich wieder bemerkt, niemand würde mich gross vermissen.

Mein Mann? Nein!! Nein er schafft ja alles ohne mich, hat nie problemi. Wofür auch!

Seine Devise ist: Basta la salute e un paio di scarpe nuove.

Es genügt die Gesundheit und ein neues Paar Schuhe um das Leben zu geniessen.

(italienische Sprichwort)

Und was ist mit mir. Das reicht mir einfach nicht!

Ich will noch mehr vom Leben. Meine Seele schreit nach mehr. Ich will mehr, aber ich habe nicht den Mut etwas zu ändern.

© Sonja Daprelà 2021-05-04

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