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Unterm Himmel

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Mit den Taschen voller Kleingeld und den Bäuchen voller Tabletten, beginnen wir unsere Köpfe in den Wolken zu tragen. Von hier oben sieht Amsterdam ganz klein aus. Und weil du einmal über die Stadt fliegst und aus dem Gedächtnis einen Stadtplan zeichnest, fühle ich mich sicher bei dir. Mit deinem Stadtplan finden wir immer schnell Schlafplätze unter freiem Himmel.

Wir liegen an einen offensichtlich - unoffensichtlichen Ort, fern von Blicken der Passanten und, als die Pillen ihre Wirkung zeigen, beginnen wir mit Pfeil und Bogen Ideen vom Nachthimmel zu jagen und uns Einzuverleiben.

So schaffen wir aus diesen einmal-schlafplatz ein immer-sicher-gefühl, einen nur-für-uns-moment und einen für-immer-bleiben-Augenblick.

Weil wir verstrahlt unter den Sternenhimmel sitzen verlieben wir uns in diesen Moment, der nach Gras schmeckt und nach Salzwasser duftet. Deine Küsse sind nachts in Amsterdam, heimlich, am schönsten sage ich und du breitest sie über meinen Körper aus. In dieser Nacht schlafen wir miteinander und kommen durchflutet zum gemeinsamen Glück während ganz Amsterdam herrlich bunt glitzert.

Als die Sonne aufgeht räumen wir den Schlafplatz und beginnen einen neuen Tag.

Ist dir aufgefallen, dass wir nie an denselben Schlafplatz zurückkommen, fragst du.

Ach? Ist mir gar nicht aufgefallen.

Ich weiß nicht, warum ich lüge.

© Sophie Ferner 2021-02-26

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