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#lebenserwartung

65,6 Jahre

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65,6 Jahre | story.one

Kann ein Buch ein Leben verändern? Dieser Frage möchte ich mich stellen.

Ich bekenne mich dazu, dass ich punkto Lesen ein Spätzünder war. In der Schule musste man selbstverständlich lesen, aber privat schaute ich bis auf Zeitschriften genau gar nichts an.

Doch mit 28 Jahren, dem sogenannten vierten Lebenssiebtel, gab es unendlich viele Fragen in meinem Kopf. Fragen, auf die ich Antworten in Büchern suchte, unter anderem in den Büchern von Ella Kensington oder z.B. James Redfield. Meine Wissbegier nahm weiters zu und es folgten Autoren wie Vera F. Birkenbihl, Neale Donald Walsh, Dan Millman oder Gregg Braden. Egal ob Spiritualität, Ernährung oder alternative Medizin – Bücher wurden immer bedeutsamer in meinem Leben.

So sammelten sich, trotz immer wiederkehrender Lesepausen, viele Bücher in meinen Regalen an. Ein vor ca. einem ¾ Jahr begonnenes Buch hat es auf jeden Fall geschafft, mich sehr, sehr nachdenklich zu stimmen. Im Rahmen eines Vortrages des Autors Bert Ehgartner erwarb ich unter anderem den Titel „Der Methusalem-Code – Die Geheimnisse der Hundertjährigen für ein glückliches langes Leben“. In jenem Werk befindet sich ein Test, bei dem Fragen mit Punkten versehen werden, die nach den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen für Langlebigkeit verantwortlich sind. Hierzu gehört der BMI, Blutwerte, Rauch- und Alkoholgenuss, die Ernährung als auch das soziale Umfeld und die Partnerschaft.

Ich war fest überzeugt, dass ich mindestens 75 Jahre, wenn nicht 80 aufgrund meines gesunden Lebensstils erreichen müsste. Umso größer war die Verwunderung, als ich das Ergebnis von 65,6 Jahren zusammenaddierte.

Das kann nicht sein? Hier muss ein Fehler vorliegen.

Doch auch erneutes Rechnen ergab keinen anderen Betrag, denn das seelische Befinden aufgrund des zu jenem Zeitpunkt fehlendem Soziallebens wegen Corona (Anfang 2021) kostete mir viele Lebens-Punkte. Das war vielleicht ein Schlag ins Gesicht. Da ernährt man sich bewusst, treibt regelmäßig Sport und stirbt dann trotzdem bereits beim Erreichen des Pensionsalters. Viele Gedanken schwirrten in mir herum und speziell, ob ich mein Leben unter diesen Umständen wie bisher weiterleben wollte.

Zumindest ist der erreichte Zahlenwert nicht in Stein gemeißelt, sondern stellt eine Momentaufnahme dar. Denn wenn man zum Beispiel abnimmt oder zum Rauchen aufhört, dann bekommt man wieder Punkte gutgeschrieben.

Was mir dieses Buch jedoch klar vor Augen führte, war der Tatbestand der Endlichkeit des Lebens und dass es immer Faktoren gibt, auf die man einen Einfluss hat, während man auf andere Faktoren nicht einwirken kann.

Das Leben im Jetzt zu genießen, Träume nicht auf irgendwann zu verschieben und sich von Zahlen nicht verrückt machen zu lassen, das möchte ich mir aus dem „Methusalem-Code“ mitnehmen. Und wer weiß, vielleicht werde ich dann doch älter als gedacht.

© Sylvia Eugenie Huber 2021-11-27

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