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Am Tisch bei Umberto

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Am Tisch bei Umberto | story.one

Aufgeregt sagt Gabi (Name geändert): „Sylvia, der Umberto Tozzi kommt nach Linz. Da müssen wir unbedingt hin! Ich besorge uns die Karten.“

Als wir uns ein paar Wochen später treffen, sehe ich auf den Tickets, dass wir in der ersten Reihe sitzen. Wie das Konzert beginnt, fällt mir rasch auf, dass der liebe Umberto sehr oft direkt zu meiner Kollegin schaut. Er gibt seine größten Hits wie „Ti amo“, „Gloria“ oder „Gente di mare“ auf der Bühne zum Besten und ruft wunderschöne Erinnerungen an Italien wach.

Nach etwa einer halben Stunde kommt ein junger Mann von der Crew zu mir hinunter und fragt, ob ich Englisch spreche.

„Okay, danke, machen wir“ sage ich zu ihm.

„Was wollte er von Dir?“ möchte Gabi wissen.

„Wir sind nach dem Konzert von Umberto zum Essen eingeladen und sollen zu seinem Backstageraum kommen.“

„Was? Und Du hast zugesagt?“

„Na klar!“

„Über was redet ihr?“ möchte die Mutter von Gabi, die extra für das Konzert aus Graz angereist ist, wissen und wird ebenso in Kenntnis gesetzt.

Während der restlichen Darbietung bemerke ich, dass der rothaarige Italiener seine Augen nicht mehr von Gabi lassen kann. Das wird bestimmt noch lustig.

Nach der Zugabe beginnt sich die Halle langsam zu leeren und wir drei begeben uns zum Zimmer, wo Umberto gerade noch Autogramme gibt. Als sich die letzten Damen verabschieden, schüttelt er uns die Hand und spricht im perfekten Englisch, dass er sich freuen würde, wenn wir ihn zum Abendessen begleiten.

So sitzen wir mit der ganzen Band an einem Tisch und essen mit ihnen Piccata Milanese, was der Wirtsfrau gar nicht gefällt, da wir ja nicht eingeplant waren. Sie denkt wahrscheinlich, dass wir irgendwelche Groupies sind.

Die Mutter meiner Kollegin spricht kein Englisch und so übernehme ich das Übersetzen für sie, während sich Umberto vorwiegend mit Gabi unterhält, was auch ihrer Mutter nicht entgeht. Der Abend ist auf jeden Fall sehr nett und zum Abschluss machen wir mit Gabis Kamera noch ein paar Erinnerungsfotos. Der Manager von Umberto gibt mir seine Postanschrift und Emailadresse, da Umberto gerne die Fotos zugeschickt hätte.

Eine Woche später erhalte ich dann von Gabi die Fotos und schicke sie per Post zu dem Manager von Umberto als auch eine Info per Mail. Es dauert keine weitere Woche, da erhalte ich ein Mail von Umberto – jedoch auf Italienisch. So bitte ich eine Bekannte um Übersetzung, wo er sich für die Fotos herzlich bedankt und natürlich auch nach Gabi fragt. Er spricht übrigens Englisch, kann es auch lesen, aber schreiben tut er auf Italienisch.

Ich erzähle Gabi von allem und bitte sie mir nochmals die Fotos nachzumachen.

Umberto meldet sich dann erneut und schwärmt wieder von Gabi und wie gerne er sie wieder sehen würde. Also gebe ich ihm ganz einfach Gabis Emailadresse, dann kann er es ja gleich direkt mit ihr besprechen.

Diese ist darüber sauer und macht mir auch die Fotos nicht mehr nach. So habe ich zwar keine Bilder mehr von jenem Abend, aber zumindest lebt die Erinnerung noch in meinem Kopf. 😉

© Sylvia Eugenie Huber 2020-05-13

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