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Bournemouth Vibes

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Bournemouth Vibes | story.one

Eine meiner Schulkolleginnen und Freundinnen fand nach der PÄDAG (Pädagogische Hochschule) keinen Job als Lehrerin und ging daher inzwischen anderen Tätigkeiten nach. Die Aussicht war damals nicht gerade berauschend und als sich eine Gelegenheit ergab, im Ausland zu arbeiten, verschlug es sie nach England.

Im Jahr 2000 als auch 2001 nahm ich mir jeweils im August eine Woche Urlaub und besuchte sie in ihrer neuen Heimat in Bournemouth. Jene sonnige Stadt an der englischen Südküste ist für seine kilometerlangen Strände und die viktorianische Architektur bekannt und daher auch bei Touristen sehr beliebt.

Meine Freundin führte mich ins klassische britische Leben ein und so machten wir einmal ein Picknick im Vorgarten, aßen Fish and Chips am Strand und natürlich fehlte es ebenso nicht an Nachtleben. Im Lokal „Jumpin Jaks“ hörten wir das in England beliebte Karaoke, wo damals ein Michael Jackson-Darsteller auftrat. „Fabtastic“, wie man mir lernte, eine Wortkombi aus „fabulous“ und „fantastic“.

Aber ich nahm mir auch meine Sportklamotten mit und wir gingen ein paar Mal gemeinsam laufen. Einmal jedoch führte uns nach der Dusche der Weg direkt in ein typisches Pub, wo wir uns einen G’spritzen bereits am frühen Nachmittag gönnten. Cheers!

Im „Rileys Pool & Snooker Club“ durfte ich mit der „Visitor’s Card“, da meine Freundin eine Mitgliedschaft besaß, eine Runde Pool Billard spielen – auch dies ist in England ja sehr beliebt. Mit dem gelben Bus von „Yellow Busses“ fuhren wir zu „Lower Gardens“, einen gepflegten Park mit schönen Blumen und herrlichem Duft, wo auch Bournemouths Wahrzeichen abhebt – ein gigantischer Heliumballon, von dem man einen tollen Ausblick über die Stadt von oben erhält.

Als ich im Folgejahr erneut kam, hatte meine Freundin Zuwachs in der Küstenstadt bekommen, da auch ihre Schwester nach England ging. Sie wohnten zwar getrennt, doch wir trafen einmal aufeinander und unternahmen eine Shoppingtour, da in England regelmäßig Abverkäufe stattfanden, wo sich „bargains“ ergattern ließen.

Etwas angeheitert ging es einmal zum Bournemouth Pier, wo neben einem Riesenrad auch ein „Merry-go-round“ mit bunten Pferden war, auf denen wir mit unseren kurzen Miniröcken Platz nahmen und so die Männerwelt erfreuten. Beim Zurückschlendern quatschten wir eine Gruppe an, ob sie ein Foto von uns machen könnten und siehe da, es waren Österreicher. Ain’t it funny?

Und natürlich, wenn eine Stadt schon für ihren schönen Strand bekannt ist, verbrachten wir auch Zeit mit Sonnen und im Meer baden, doch im Gegenteil zum Süden Europas war hier „topless“ stark verpönt. Auch Kraftausdrücke wie „Fuck“, die im Amerikanischen an der Tagesordnung sind, wurden in England eher selten gebraucht.

Als ich mal etwas falsch aussprach und mich jemand veräppelte, sagte meine Freundin: „Don’t take the mickey out of my friend!“ Ich musste so über diese Phrase lachen, dass ich seitdem nur noch sage, dass man mich nicht zur Mickey Mouse machen soll.

© Sylvia Eugenie Huber 2021-02-20

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