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Der Reiz des Verbotenen

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Der Reiz des Verbotenen | story.one

Es scheint oft so, dass man die größte Lust auf all jenes hätte, was einem verboten wurde.

Bereits im Kleinkindalter waren für uns speziell die Räume, von denen es hieße, man dürfe dort nicht hineingehen, am interessantesten. Aber auch als Erwachsener ist dem nicht recht anders, sonst gäbe es wohl nicht derart viele Strafzettel für das Nicht-Einhalten der erlaubten Geschwindigkeits-beschränkungen. Und das Vertilgen von einschlägigen Getränken in einer großzügigen Menge, von der man im Vorhinein ganz genau weiß, dass sie einem nicht gut tut, dürfte anscheinend hier ebenso hineinfallen.

Fragt sich nur, ist es der Reiz etwas zu tun, das nicht erlaubt ist oder doch die reine Lust am Tun selbst?

Würde beispielsweise eine Umformulierung von „Betreten der Baustelle verboten“ zu stattdessen „Fernbleiben der Baustelle empfohlen“ etwas daran ändern?

Und wer bestimmt überhaupt darüber, was eigentlich getan werden darf und was nicht?

Keine Frage, dass das Töten verboten ist und es unbedingt sein sollte, doch wie sieht es vergleichsweise mit dem Konsum von Marihuana aus? In Holland ist es offiziell erlaubt, im Rest von Europa jedoch verboten, wo es sich manche, dem zum Trotz, dennoch zuführen.

Sind es Glaubensätze, die einem sagen, was man nicht zu tun und bleiben zu lassen hat? Beziehungsweise entsprechen diese Dogmen dann zugleich den eigenen Wertevorstellungen?

Sollte man ein schlechtes Gewissen haben, wenn man sich dem Reiz des Verbotenen hingibt?

Die derzeitigen Ausgangbeschränkungen haben vor ein paar Wochen noch deutlich mehr gefruchtet und werden nun teilweise bewusst missachtet. Selbst drohende teure Geldstrafen wirken nicht mehr ausreichend abschreckend.

Obwohl ja nicht mal jeder legislativer Widerstand zu verurteilen ist, wie beispielsweise die Auflehnung des Volkes nach vielen Jahrzehnten gegen eine totalitäre diktatorische Regierung.

Tja, viele Fragen und definitiv eine Erkenntnis – Verbotenes war zweifelsohne immer schon sehr reizvoll.

Einen schönen Abend mit allem, was erlaubt ist und Spaß macht!

© Sylvia Eugenie Huber 2020-04-09

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