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Feliz año

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Feliz año | story.one

¡Feliz Año Nuevo! sagt man sich in Spanien zum Jahreswechsel und es war in der Tat sowohl ein fröhlicher Abschluss des alten als auch ebenso guter Start ins neue Jahr. Herr Eule und Frau Lerche nahmen gemeinsam ein Frühstück oder besser gesagt schon eher einen Brunch auf seiner Terrasse ein. Bei frischer Papaya, Avocado und Reiswaffeln mit Spiegelei und zwei Tassen Kaffee beschlossen sie eine nur kleine Wanderung von El Guro vorzunehmen.

Die Route begann bei Sonnenschein auf einem mit Steinen gepflasterten Weg zwischen Häusern, die vielfach mit bunten Sträuchern in violett und rot bepflanzt waren. Es folgte anschließend ein Erdboden, der zur Rechten oft hohe Palmen und zur Linken mächtige Basaltfelsen aufwies. Die Strecke war zwar grundsätzlich eine kurze, aber aufgrund des Regens der Vortage an manchen Stellen sehr matschig und daher passierte es beiden des Öfteren mit den Füßen, anstatt auf einen Stein ins glitschige Nass zu steigen. Das Schuhwerk verzieh dies natürlich dauerhaft nicht, wodurch irgendwann Wasser bis zu den Zehen eindrang. Da geteiltes Leid ja bekanntlich halbes Leid ist, hatten sie trotzdem oder gerade deswegen ihren Spaß daran.

Einmal passiertes es, dass der Herr vor ihr voranschritt und mit seiner in dem Rucksack eingesteckten Badeauflage einen ursprünglich harmlosen Zweig zu einem gefährlichen Bogen spannte, der dann prompt mit voller Wucht auf ihren Kopf zurückschleuderte. Gott sei Dank hat sie ja nicht nur einen sturen, sondern ebenso harten Schädel und überlebte den kleinen unabsichtlichen Angriff unbeschadet.

Sie erreichten ohne weitere Vorfälle das Ziel der Wanderung, den kleinen Wasserfall, welcher idyllisch zwischen den schroffen Basaltfelsen hinunterstürzte. Als beide am Nachmittag sichtlich schmutzig zurückkehrten, musste sie noch zum circa 1 Stunde entfernten Apartment zurückfahren, um sich dort frisch zu machen und umzuziehen.

Gut, dass sie unbewusst in der ersten Urlaubswoche noch einen Rock einkaufen ging und so auch für das ungeplante Abendessen ausgestattet war. Die erneute einstündige Anreise zu ihm lohnte jedoch zweifelsfrei, wurde sie mit frisch gekochtem Abendmahl und einem Glas Rotwein empfangen.

So lässt sich ein forderndes Jahr 2020 auf jeden Fall angenehm beenden und auf ein besseres 2021 hoffen.

© Sylvia Eugenie Huber 2021-01-02

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