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Gott und Kirche ist nicht dasselbe

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Gott und Kirche ist nicht dasselbe | story.one

„Glaubst Du an Gott?“

Wenn man diese Frage gestellt bekommt, dann werden einige mit „Ja“ und andere mit „Nein“ darauf antworten.

„Geht’s Du regelmäßig in die Kirche?“

Bei dieser Frage ist die Antwort noch einfacher, denn einige gehen gar nicht hin oder vielleicht nur zu besonderen Anlässen wie beispielsweise Weihnachten, wahrscheinlich mit Ausnahme der älteren Generation.

An Gott zu glauben bedeutet jedoch nicht zwingend auch in das Haus Gottes gehen zu müssen oder seine Bücher zu lesen. Woran kann das liegen?

Womöglich ist es so, dass manche einen Zugang zu Gott, hingegen nicht zur Kirche haben. Bekehrung von Eingeborenen, Hexenverbrennungen und Kreuzzüge prägten das Kirchenbild der Vergangenheit und Zölibat oder Verurteilung von Gleichgeschlechtlichkeit jenes der Jetztzeit.

Falls sich jemand als gottesfürchtig bezeichnet, ist zu hinterfragen, warum man sich denn vor Gott fürchten muss. War es nicht auch so, dass die Kinder früher Furcht vor ihren Lehrern hatten und heutzutage teilweise jeglichen Respekt vor ihnen verloren haben? Einem das Fürchten zu lehren dürfte wohl nicht die optimale Lösung sein.

Ich habe an mir selbst die Erfahrung gemacht, dass ich nicht mit Gott, sondern eher mit der Kirche hadere. Dies wurde mir offensichtlich bewusst, als mir eine Freundin vor mittlerweile 10 Jahren die Bücher „Gespräche mit Gott“ von Neale Donald Walsch wärmstens empfohlen hat. Ich lehnte anfänglich permanent ab, doch sie blieb beharrlich und so las ich irgendwann zumindest einmal die Rezensionen darüber. Erstaunt über die durchwegs positiven Bewertungen bestellte ich gleich alle drei Bände und las jene auch ruckzuck aus.

Ja, ich hatte tatsächlich den Glauben an Gott, an eine universelle Schöpfung, mit der Kirche verwechselt. Gegen Gott hatte ich nämlich gar nichts auszusetzen, nur der Klerus sagte mir vereinzelt mit ihren veralteten Ansichten einfach nicht zu. Diese Bücher waren mitunter sehr heilsam für mich und entfernten einen Schleier, der sich vor etlichen Jahren über mich gelegt hatte.

Sofern ich mit einer Herausforderung wirklich überfordert bin, wende ich mich nach oben und bitte um Eingebung, Hilfe oder ein Zeichen. Und ja, ich bekomme eine Antwort. Nicht jedes Mal und auch nicht immer sofort. Aber ich weiß es mehr als zu schätzen, sobald diese höhere Macht mir ihre Unterstützung anbietet.

Zyniker kontern oft mit dem bekannten Zitat „Glauben heißt nicht wissen“ vom deutschen Theoretiker Wilhelm Weitling. Das Zitat „Glauben - das heißt: nicht zweifeln“ vom schwedischer Staatssekretär Dag Hammarskjöld ist hingegen deutlich weniger bekannt.

Denn nichts gibt uns so viel Hoffnung als der Glaube. Deshalb sollten wir auch nie aufhören zu glauben!

© Sylvia Eugenie Huber 2020-04-02

Liebe, Glaube, Hoffnung

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