skip to main content

#urlaub#palermo#sizilien

Ich bin in ein kleines Dorf verliebt

  • 68
Ich bin in ein kleines Dorf verliebt | story.one

Sonntag, 31.10.21

Heute ist die lange Fahrt vom Westen, also von Trapani, nach Osten, sprich Catania, angesagt. Die reine Fahrtzeit betrĂ€gt gut 5 Stunden, wenn man dann auch noch Pausen fĂŒrs Essen, Tanken oder einfach als Rast mitrechnet, muss man wohl mit eher 6 bis 7 Stunden rechnen. Die Zeitumstellung kommt uns hier aber zumindest zugute, da wir so eine Stunde gewinnen.

Unser stark verspĂ€tetes FrĂŒhstĂŒck findet vom Hunger geplagt und kurz davor ein wildes Schaf zu reißen in der ausgeschilderten Stadt Alcamo statt. GestĂ€rkt geht es wieder auf die Autobahn A29, wo wir einen geschichtstrĂ€chtigen Abschnitt passieren.

In Richtung Palermo auf Höhe Capaci steht nĂ€mlich rechts und links ein orange-rotes Denkmal zur Erinnerung an das Attentat an den italienischen Juristen Giovanni Falcone, welcher aktiv gegen die Cosa Nostra vorging und am 23. Mai 1992 zusammen mit seiner Frau durch einen Bombenanschlag von der Mafia ermordet wurde. Gott sei Dank sind die jene ganz schlimmen Zeiten, wo regelmĂ€ĂŸig jemand getötet wurde, nicht mehr an der Tagesordnung.

In Höhe Palermo ist aufgrund von Bauarbeiten ein lĂ€ngerer stockender Verkehr, sodass wir erneut Hunger bekommen und die erste beste Abfahrt auf der jetzigen A19 nehmen. Der Zu-Fall verschlĂ€gt uns in das kleine Dorf Scillato, eine 600-Seelengemeinde eingebettet in eine HĂŒgellandschaft, welches mein Herz sofort gewinnt. Es ist sauber, es gibt eine kleine Kirche aus dem 15. Jahrhundert, am Ortsplatz „Piazza Aldo Moro“ befinden sich HĂ€user mit gelb-orangen Hausfassaden und daneben ist ein Brunnen mit einem Kunstwerk – fertig. Ich bin verliebt.

Im Restaurant am Ortsrand sind die Tische mit StofftischtĂŒchern bedeckt als auch liegen Stoffservietten darauf. Es wird uns selbstgemachte, mit Liebe bereite, Pasta serviert, welche absolut vorzĂŒglich schmeckt. Da die Zeit schon stark fortgeschritten ist, heißt es das wunderschöne Dorf wehmĂŒtig zu verlassen.

Die Ankunft in Catania schaffen wir erst gegen 19Uhr, wo wir die Vermieterin treffen und unser GepĂ€ck fĂŒr die nĂ€chsten Tage in den zweiten Stock schleppen. Nach dem Auspacken und Duschen macht sich erneut der Hunger breit – kaum zu glauben, dass Nichtstun so hungrig machen kann. Es regnet hier im Osten Siziliens nach wie vor, aber zumindest sind derzeit die gröbsten Überschwemmungen vorbei, die immerhin auch ein paar Todesopfer gefordert haben.

Richtung Meer finden wir ein leckeres, nicht ganz gĂŒnstiges Restaurant, wo uns Kellnerin Maria, die gut Deutsch kann, da sie mit ihren Eltern einst am Bodensee gelebt hat, einen riesigen 1kg schweren Fisch filetiert, zu dem wir Spinat und Kartoffel essen. Und wer möchte unaufhörlich auch immer ein StĂŒck vom Menschenteller abbekommen? Na klar, die Bella.Vollgefressen geht es danach in strömenden Regen und KĂ€lte zum Apartment.

Morgen ist unser letzter Tag vor dem Heimflug und da möchte ich unbedingt nochmal einen Kulturausflug machen. Ob das Wetter mitspielen wird?

© Sylvia Eugenie Huber 2021-11-03

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂŒber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.