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Itzi Bitzi und Cockpit

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Itzi Bitzi und Cockpit | story.one

Meine Freundin und ich wollten noch einmal einen richtig draufzumachen und wählten als Location die Party-Insel Ibiza und einen Club, der täglich ein buntes Animationsprogramm anbot.

Mit einem Direktflug der Aero Lloyd ging es am 10. September von Linz weg. Ich hatte, wie damals für mich üblich, ein Kleidchen mit Stöckelschuhen an. Beim Ausgeben der Getränke sagte die Stewardess, dass man einen Blick ins Cockpit werfen könnte. Anfangs gingen Väter mit ihren Söhnen ins Flight Deck und ca. 40 Minuten vor der Landung stapften wir zwei Mädels nach vorne, wo uns die Stewardess förmlich reinschubste, zur sichtlichen Freude der beiden Kommandanten. Der Kapitän wollte besonders cool sein und öffnete sich eine Dose Cola, sprühte sich Eau de Toilette am Hals und stellte seine Füße auf die Mittelkonsole. Meine Freundin meinte daraufhin: „Nach viel Arbeit sieht das aber nicht gerade aus!“

Ein paar Minuten später wurde durchgesagt, dass die Plätze wieder aufgesucht werden müssen, da der Flieger in der nächsten halben Stunde landen würde. Da bot der Captain spontan an, dass eine von uns beiden bei der Landung im Cockpit dabei sein dürfte und meine Freundin gab mir den Vorrang. Ich nahm also am Jumpseat Platz, legte den Gurt an und war mucksmäuschenstill, denn so viel die zwei Herren zuvor noch herumgeblödelt hatten, wurde es dann ernst. Sie drückten ständig irgendwelche Knöpfe oder Hebel, sprachen stetig miteinander als auch mit dem Tower, um den großen Vogel sicher zu landen. Perfekt gekonnt hatten wir kurz darauf Balearischen Boden unter den Füßen. Die Fluggäste applaudierten und ich war auch ziemlich geflasht über dieses außergewöhnliche Erlebnis.

Danach brachen wir nach Es Canar auf, bezogen unser Zimmer und erforschten die riesige Clubanlage, welche über schöne Zimmer verfügte, mit Palmen und Blumen bepflanzt war und nahe dem Meer lag. Am Pool angekommen lasen wir zu welchen Zeiten die Pool-Animation stattfand und sahen Spiele wie zum Beispiel „Sado-Maso Wasserball“ oder auch „Palme poppen“. Neben dem reichlichen Speiseangebot gab es eine Happy Hour, wo man an der Strandbar zwei alkoholische Getränke zum Preis von einem bekam. Am Abend gab es einstudierte Vorführungen der Animateure wie beispielsweise die Rocky Horror Picture Show, in der die Männer in Reizunterwäsche und Stöckelschuhen über die Bühne tanzten. Danach konnte man noch bis in die frühen Morgenstunden in der Disco das Tanzbein schwingen.

Einen Tag die Woche gab es einen Hippiemarkt am Areal, der sogar der größte von ganz Ibiza war und wo bis zu 13.000 Menschen zum bunten Geschehen anreisten. Einige hunderte Stände stellten dort Souvenirs, Schmuck und Kleidung aus und es wurde auch Live-Musik dargeboten. Die Hippies wurden vom Clubpersonal gerne als Zeckenzüchter bezeichnet – ein Wort, das ich seitdem nicht vergessen habe.

Nach einer Woche Urlaub kehrten wir wieder nach Hause und hätten eigentlich Urlaub vom Urlaub gebraucht. Aber man ist ja nur einmal jung.

© Sylvia Eugenie Huber 2021-02-11

unvergessliche Reisen

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