skip to main content

#irland#japanischergarten

Japanischer Garten und La Grande Bouffe

  • 56
Japanischer Garten und La Grande Bouffe | story.one

Wir kommen, nach wie vor bei Regen, in Kildare an und gehen mit Regenschirm bzw. Kapuze bewaffnet zuerst in den Japanischen Garten, welcher im ReisefĂŒhrer empfohlen wurde und immerhin jĂ€hrlich 150.000 Besucher anzieht. Es gibt neben den perfekt gestutzten BĂ€umen eine Vielzahl an Blumen in allen erdenklichen Farben, die mit den angehĂ€ngten Wassertropfen einen ganz besonderen Charme versprĂŒhen. Der Garten, welcher Anfang des 20. Jahrhunderts erschaffen wurde, zĂ€hlt zu den schönsten seiner Art in Europa und wurde vom japanischen Gartenbaumeister Tassa Eida und seinem Sohn Minoru angelegt. Er verfĂŒgt ĂŒber 20 Stationen, die durch BĂ€ume, Blumen, Felsen und Wasser den Weg des Menschen durch das Leben bei Stationen wie Geburt, Kindheit, Ehe, Elternschaft, Alter und Tod symbolisieren.

Anschließend besuchen wir das angeschlossene Irische NationalgestĂŒt, wo seit 1900 Vollblutpferde gezĂŒchtet werden. An den Stallungen sind goldene Schilder angebracht, welche die errungenen PlĂ€tze bei den Rennen als auch das gewonnene Preisgeld anzeigen. „Lucky Vega“ oder „Phoenix of Spain“ sind nicht nur klingende Namen, sondern solche Pferde bringen BetrĂ€ge von mehreren 100.000 Euro ein und bei „Invincible Spirit“ geht es sogar in die Millionen.

Danach geht es wieder zurĂŒck nach Dublin, zum Ausgangspunkt unserer Reise, wo wir in NĂ€he des Flughafens ein Hotel gebucht haben, um den zeitigen RĂŒckflug am Folgetag so angenehm wie möglich zu gestalten. Nach dem Check-In haben Brigitte und ich wieder mĂ€chtig Hunger und beschließen ein Lokal in der NĂ€he ausfindig zu machen. Die meisten Angebote der Umgebung beschrĂ€nken sich auf Fast-Food-Ketten, aber wir finden ein Restaurant mit vielen Autos davor und kehren ein. Dort erleben wir Marco Ferreri‘s großes Fressen, Originaltitel La Grande Bouffe, in der Live-Version! Der Fixpreis fĂŒr das Essen dĂŒrfte fĂŒr so manchen Anwesenden der Grund fĂŒr die Anreise hierher sein, denn die Auswahl von Stelze, Fisch, Auflauf und verschiedenen Beilagen wird auf Wunsch auf den Teller getĂŒrmt, so dass 3 verschiedene Speisen sich ĂŒbereinanderstapeln. FĂŒr uns ist es unerklĂ€rlich, wie man so viel essen kann! Wir nehmen eine Portion Lachs und etwas GemĂŒse und mĂŒssen beim Kartoffelbrei schon Halt schreien, ansonsten hĂ€tte man uns auch gleich 3 Schöpfer voll raufgetan.

Um uns den Stress der Auto-Retournierung morgen in den frĂŒhen Morgenstunden zu ersparen, entscheiden wir dies heute zu tun. Wir tanken das Auto voll, fahren zum Verleih und fragen, ob sie uns anstatt zum Flughafen zum Hotel bringen können. Doch wir werden unfreundlich abgewiesen, obwohl der Wagen nun einen halben Tag frĂŒher von uns zurĂŒckgegeben wird. Beide schauen wir ziemlich angefressen und unterhalten sich ĂŒber diesen miesen Service als plötzlich der Mitarbeiter meint, dass er gegen eine gute Bewertung ĂŒber sich etwas arrangieren könnte.

Brigitte und ich schauen uns daraufhin fragend an und ĂŒberlegen, ob wir das wirklich tun sollen.

© Sylvia Eugenie Huber 2022-05-18

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich ĂŒber Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.