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La petite mort

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La petite mort | story.one

Ihre warmen feuchten Küsse schmeckten so süß wie reife Erdbeeren, die mit ihrem kräftigen Rot förmlich danach schrien, um endlich gepflückt und nachfolgend genüsslich vernascht zu werden.

Seine sanften Berührungen waren von einer Zärtlichkeit, die sie in jener Weise niemals davor erleben durfte, wodurch sich ihren Augen mit reichlich Glück zu füllen schienen.

Ihre heißen pulsierenden Körper passten wie zwei Puzzle-Teilchen perfekt ineinander, die zusammen ein harmonisches Ganzes bildeten.

Ganz langsam und kontinuierlich steigerte sich ihre Erregung in eine heftige Explosion aus Energie und Leidenschaft, die sie in unkontrollierbare, noch nie zuvor dagewesene Tränen ausbrechen ließ.

Diese emotionale Achterbahnfahrt zwang sie daher, sich anschließend auf seine Brust zu legen, seinen gleichmäßigen Herzschlag zu spüren und bei ihm nach Geborgenheit zu suchen.

Liebevoll umarmte er sie mit seinen beiden Armen und erfüllte ihr somit die schon so lange benötigte und innige Sehnsucht nach Nähe.

Im Französischen nennt man ihn übrigens auch den kleinen Tod, den sogenannten „la petite mort“.

Doch wie in jedem Kreislauf besteht alles aus Anfang und Ende, Leben und Tod und so starb an jener letzten gemeinsamen Nacht ein kleiner Teil von ihr, um einen anderen Teil zum Leben zu verhelfen – der absoluten Hingabe.

Sich bedingungslos hingeben zu lernen wird womöglich der wahre Hintergrund für dieses dem Zu-Fall zugeschriebene Aufeinandertreffen sein. Denn schlussendlich sind wir alle zum Lernen hier auf Erden und wird dies ja nicht grundlos deswegen in den spirituellen Kreisen auch derart verkündigt.

Der hierfür nötige Unterricht wird regelmäßig in der sogenannten Schule des Lebens abgehalten. Jene Schule, auf die wir nicht, wie vielleicht oftmals gewünscht, vorbereitet werden. Aber wenn wir uns nicht stetig komplett dagegen verwehren, dann darf ein Lernprozess sogar einmal angenehm verlaufen.

© Sylvia Eugenie Huber 2021-01-04

leidenschaft

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