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Matura, Flug und Hoppalas

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Matura, Flug und Hoppalas | story.one

Es schrieb das Jahr 1994 und die Matura war bestanden. Anstatt mit der ganzen Klasse nach Griechenland zu fahren, entschieden wir uns zu dritt nach Madeira zu fliegen. Nachdem ich das alte Auto meiner Oma bekommen hatte, kutschierte ich uns nach MĂŒnchen raus.

Es war mein allererster Flug und die Anspannung dementsprechend groß. Die Landebahn des Flughafens in Funchal war damals noch 1800m kurz und aufgrund der SteilkĂŒste als schwierig und gefĂŒrchtet bekannt. Beim Anflug muss je nach Windrichtung eine enge Rechtskurve geflogen werden, doch wir landeten glĂŒcklicherweise ohne Fallwind.

Die erste Aufregung war gerade einmal verflogen, als eine Dame am Schalter feststellte, dass bei einer Schulkollegin der Pass noch vor dem RĂŒckflug ablĂ€uft. Keine Ahnung, wie wir das damals hinbekamen, aber wir durften einreisen – waren halt auch noch andere Zeiten. Untergebracht waren wir in einem schicken Business-Hotel, wo es morgens ein riesengroßes FrĂŒhstĂŒcksbuffet mit vielen Köstlichkeiten gab und natĂŒrlich bemĂŒhten sich die Kellner gerne um uns junge Damen.

Wir gingen abends aus, erkundigten die Gegend, einmal setzten wir Jetons im Casino und natĂŒrlich lagen wir Stunden zum Braten am Pool, wie es damals so ĂŒblich war. Die Bekanntschaft der Mutter einer der Kolleginnen zum Hotelmanager brachte uns einmal eine kleine Spazierfahrt mit Baden am Meer.

Die Woche ging rasch zu Ende und es hieß die Koffer wieder zu packen. Die Uhren vergaßen wir wĂ€hrend des Aufenthalts umzustellen, wodurch wir nicht 2 Stunden vor Abflug am Flughafen waren, sondern nur eine Stunde. Und damals gab es noch kein Online-Check-in, sondern es hieß anstellen, Koffer aufgeben und Ticket ausdrucken.

So trafen wir viel zu spĂ€t am Gate ein, wo der Flieger bereits geschlossen war. Der KapitĂ€n hielt uns eine Standpauke, wie man so kurz vor Abflug kommen könnte, doch 6 trĂ€nengefĂŒllte Augen ließen ihn erweichen und die Maschine nochmals öffnen und uns zusteigen. Auch so etwas gĂ€be es heutzutage nicht mehr, aber es ist immerhin 26 Jahre her und da tickten die Uhren etwas anders.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Als wir MĂŒnchen erreichten und schon etwas mĂŒde die RĂŒckkreise nach Österreich antraten, fuhren wir zuerst eine gute Stunde in die falsche Richtung. Nach dem Wenden und etwa 1 Âœ h Fahrtzeit meldete sich die Tankanzeige. Als ein Schild erschien, dass die nĂ€chste Tankstelle in 90 km kĂ€me, brach ein wenig bei mir Panik aus, denn mein alter R5 war ein ziemlicher Benzinschlucker und es daher nicht gewiss, ob wir es schaffen wĂŒrden.

Es kam, was kommen musste. Das Auto starb wĂ€hrend der Fahrt ab und Funken sprĂŒhten aus dem Auspuff – ich kreischte. Man möge es nicht glauben, aber der Wagen lief noch einige Kilometer dahin und stoppte kurz vor der Tankstelle bereits auf der Abbiegespur. Zu dritt schoben wir den Wagen zur ZapfsĂ€ule und tankten voll. Mark hatten wir auch zu wenig eingesteckt, aber das war uns reichlich egal.

Wer eine Maturareise macht, der hat etwas zu erzÀhlen!

© Sylvia Eugenie Huber 2021-02-04

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