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NICHT nachmachen!

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NICHT nachmachen! | story.one

Als Teenager war ich, wie viele anderen auch, aufmüpfig und machte allerlei Blödsinn. Obwohl ich zugeben muss, dass ich manchmal wohl etwas extremer war.

Mit 14 Jahren begann ich mich zu schminken, was von anfänglich etwas Lidschatten dann im Laufe der Jahre zu einer Kriegsbemalung ausartete. Meine Haare wurden teilweise mit giftgrünen oder knallpinken Strähnen verziert, ganz zu schweigen vom massenhaften Einsatz des Haarsprays, der meine Mähne aussehen ließ als hätte ich in die Steckdose gegriffen.

Wie wir im Schulunterricht die „Kinder vom Bahnhof Zoo“ schauten, wo sich die Jugendlichen mit Nadel, Tinte und Faden ihr ein eigenes Tattoo stachen, kam ich auf die geniale Idee, dies ebenso bei mir zu machen. Das Ergebnis sah einfach nur schrecklich aus und ich ließ es mir dann einige Jahre später rausschneiden. Seitdem ziert eine 4 x 3 cm große Narbe meinen linken Oberarm.

Aber es geht noch mehr.

Im Studium lernten wir gerade von der histologischen Golgi-Färbung mittels Silbernitrat, wodurch mir die tolle Idee kam, dass man diese temporäre Schwarzfärbung ja perfekt für eine Art Permanent-Make Up verwenden könnte. Da mein damaliger Partner im Labor arbeitete, bat ich ihn, mir eine 0,3% Lösung mitzunehmen. Ich fuhr mit dem Eyeliner-Pinsel hinein und trug einen dünnen Lidstrich auf beide Augenlider. Schon nach kurzer Zeit brannte es ziemlich intensiv, was mich stark wunderte, da die Schwärze, die während des Färbens im Studium auf meine Finger gelangte, gar nicht wehtat. Mein netter Partner hatte mir eine 30% Stammlösung hergestellt und leider vergessen mir dieses winzige Detail mitzuteilen. Tja, was soll ich sagen, es löste sich nach ein paar Tagen die stark verätzte Haut von meinen Lidern ab.

Mittlerweile zieren einige Tattoos meinen Körper beziehungsweise trage ich seit vielen Jahren Permanent-Make Up, jedoch habe ich alles professionell anfertigen lassen.

Achja, da wären noch die Pilze zu erwähnen, keine halluzinogenen – keine Sorge, nein, ganz normale Shiitake Pilze. Ein ½ Kilogramm frische Shiitake-Pilze. Ich hatte noch etwas grünen Salat und Tomaten zuhause und gab die gewürfelten Pilze roh dazu und marinierte dies mit Essig und Öl. Schmeckte ganz okay, aber definitiv nicht zu empfehlen.

Wikipedia schreibt: „Vom Rohgenuss ist abzuraten, da der Shiitake hämagglutinierende (das Blut verklumpende) Lektine enthält, die jedoch beim Kochen zerstört werden.“

Des Weiteren findet man über die Lektine: „Ab einer bestimmten Menge führen manche Lektine zu Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall sowie zu Magen- und Darmbeschwerden, in extremen Fällen könne der Verzehr tödlich enden.“

Gut, gestorben bin ich Gott sei Dank trotz der hohen Dosis nicht, aber ich dachte, dass ich dies tatsächlich müsste. Zwei Tage war ich fast am Krepieren, es ging mir wirklich hundselendig, ich hatte starke Kopfschmerzen und vehemente Bauchkrämpfe. Am Ende kotze ich sogar einen Gallenstein.

Photo by Ilya Mirnyy on Unsplash

© Sylvia Eugenie Huber 2020-05-16

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