skip to main content

Profit over Health

  • 59
Profit over Health | story.one

Ich lese in den letzten Tagen vermehrt von schönen Erinnerungen rund um die Weihnachtszeit und daher habe ich auch länger überlegt, ob ich überhaupt eine kritische Geschichte schreiben soll.

Gestern Abend sah ich einen sehr spannenden, auf Tatsachen beruhenden Film, der mich wieder auf die unsagbare Profitgier von Großkonzernen aufmerksam machte.

Der Rechtsanwalt Rob Bilott wird eines Tages von einem Viehzüchter kontaktiert, bei dem bereits 190 Rinder verstarben und der die Müllentsorgung des naheliegenden Konzerns DuPont als Ursache dahinter vermutet.

Bei Nachforschungen stellte sich heraus, dass der im Unternehmen produzierte Kunststoff Perfluoroctansäure (PFOA), auch unter dem Handelsnamen Teflon bekannt, das Wasser, welches die Kühe tranken, verunreinigte.

Das C-8, wie es auch genannt wird, ist sowohl öl- als auch wasserabstoßend und gilt als „Ewigkeitschemikalie", die nie von der Umwelt abgebaut wird. Es wurde als krebserzeugend, mutagen oder reproduktionstoxisch eingestuft und aufgrund dessen auch im Sommer 2020 verboten.

Da die über 7.000 Tonnen PFOA-Abfall, aufgrund der nicht gerechten Entsorgung als Sondermüll, ins Trinkwasser von mehr als 100.000 Haushalten gelangte, erkrankten unzählige Stadtbewohner gehäuft an Krebserkrankungen als auch kam es zu Missbildungen bei Neugeborenen.

Das Unternehmen wusste bereits aufgrund interner Versuche in den 70-iger Jahren um die Bedenklichkeit und Schädlichkeit des Stoffes, doch die Teflon-Gewinne von rund 1 Mrd. USD per anno ließen über die Nebenwirkungen hinwegblicken.

Es ist 19 Jahren Hartnäckigkeit von Robert Bilott zu verdanken, dass der Konzern 2017 schuldig gesprochen wurde und über 670 Millionen Dollar Schadenersatz leisten musste.

Das schädliche, nicht vom Körper abbaubare PFOA wurde bei Untersuchungen bei arktischen Eisbären und selbst auf abgelegenen Inseln lebenden Tieren gefunden.

Bei amerikanischen Bürgern sollen 95% einen positiven Nachweis in ihren Blutproben haben.

Die Niederlassungen von DuPont in Europa führten ebenso zu massiv unzulässigen Mengen speziell in Deutschland. Daher kann auch hier von einer ähnlichen Durchseuchung ausgegangen werden.

Da Teflon vielfach im Haushalt wie bei Pfannen zum Einsatz kam, aber auch bei Kleidungsmaterialen wie Elastan, Lycra, Neopren oder Nylon und auch bei schmutz- und wasserabstoßenden Teppichen, befindet sich dieses Gift wahrscheinlich bereits in fast allen von uns.

Wie es scheint, ist Corona nicht unsere einzige Sorge und wer weiß, was noch alles ans Tageslicht gelangt, von dem wir noch gar nichts wissen.

Bild von Rilsonav auf Pixabay

© Sylvia Eugenie Huber 2020-12-06

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.