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Schädlweh

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Schädlweh | story.one

Gut 13 Jahre litt ich unter sehr schwerer Migräne und so suchte ich irgendwann eine Migräneambulanz auf, die fast zu einem 100%-igen Bruch mit der Schulmedizin führte. Mir wurde die damals gängige Therapie mit Betablockern verordnet.

„Gestern habe ich mir die Betablocker von der Apotheke geholt und in der Beschreibung gelesen, dass jene Schwindel hervorrufen können. Ich habe von Natur aus einen niedrigen Blutdruck und werde daher leicht schwindelig.“

„Da brauchen Sie sich keine Sorgen machen, die Dosis ist so gering, dass dies kaum Einfluss hat.“

„Okay, dann bin ich beruhigt und fange morgen damit an.“

Doch trotz der niedrigen Dosis bemerkte ich sofort das dadurch ausgelöste Schwindelgefühl, also informierte ich beim nächsten Termin den Arzt hierüber.

„Wissen Sie, ich sitze den ganzen Tag im Auto und möchte niemanden gefährden.“

„Die Dosis ist wirklich gering und der Schwindel wird mit dem Voranschreiten der Therapie besser.“

Für jene war übrigens 6 Monate anberaumt.

Doch von Woche zu Woche wurde mein Schwindel stärker und ich erläuterte den Arzt erneut mein Problem. Daraufhin wollte er noch etwas Anderes ausprobieren, nämlich ein anderes Schmerzmedikament zusammen mit einem Magenschutz.

Beim Termin eine Woche später wollte er über die Fortschritte Bescheid wissen und ich zeigte ihm, wie bei den Terminen zuvor, meinen seit der Therapie geführten Migränekalender und die Anzahl der Anfälle.

„So häufig dürfen Sie das Präparat aber nicht nehmen!“

Er wollte weiter mit der Betablocker-Therapie voranschreiten, aber ich lehnte nach 2 Monaten Versuchskaninchen spielen ab, worauf er konterte, dass man erst am Ende eine endgültige Beurteilung vornehmen könnte.

„Ich habe einen Artikel auf der Webpage der Deutschen Migränegesellschaft gelesen, dass Pestwurz bei Vielen zu einer deutlichen Verbesserung führen würde.“

„Das ist in der Österreichischen Migränegesellschaft noch nicht geprüft und daher nicht empfohlen.“

„Ja aber Deutschland ist ja nicht Dschibuti. Wenn es dort funktioniert, warum sollte man es nicht auch in Österreich nehmen?“

„In Österreich gibt es derzeit keine Empfehlungen dazu.“ „Aber es gäbe noch die Möglichkeit der Einnahme von leichten Psychopharmaka. Hier gibt es ebenfalls bei sehr vielen Patienten gute Ergebnisse.“

„Ich leide unter Migräne und nicht unter psychischen Problemen und werde keine Psychopharmaka einnehmen!“

Der Arzt hatte dafür kein Verständnis und ich brach an jenem Tag meine Therapie endgültig ab.

In den folgenden Jahren probierte ich unglaublich Vieles aus, von der klassischen Massage über Ayurveda über Shiatsu, Detox, Fasten etc. Alles brachte Verbesserungen, aber kein endgültiges Ausbleiben meiner bis zu 4-mal wöchigen Anfälle.

Bis zu jenem Tag, wo ich eine Schamanin aufsuchte.

Aber das ist eine andere Geschichte.

© Sylvia Eugenie Huber 2020-05-07

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