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Schweizer Bergidylle

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Schweizer Bergidylle | story.one

Ich lernte eine Schweizerin bei einem Fastenurlaub kennen und da wir im Kontakt blieben und sie ein Bed and Breakfast betrieb, beschloss ich sie dort besuchen zu kommen. An einem Freitag Anfang August nahm ich den Nachtzug von Linz und fuhr damit bis nach Fribourg in der West-Schweiz, wo ich am nÀchsten Morgen ankam und dann noch mit dem Bus bis nach Mösli weiterreiste. An der Bushaltestelle wurde ich abgeholt und es ging hinauf zur Ferienwohnung, in der ich sieben NÀchte verbrachte.

Im Bio-Quartier, welches sich auf Rohkostspeisen spezialisiert hatte, bekam ich tĂ€glich ein Bio-FrĂŒchtefrĂŒhstĂŒck, zusĂ€tzlich buchte ich auch das tĂ€gliche 3-GĂ€nge-RohkostmenĂŒ fĂŒr den Abend dazu und fĂŒr die Wanderungen Lunchpakete, die selbstverstĂ€ndlich auch in RohkostqualitĂ€t bereitet wurden. Aufgrund unserer Bekanntschaft und da ihr Lebenspartner in jener Woche ein paar Tage freihatte, bekam ich ein Spezialpaket, sprich Wandern mit Einheimischen.

Am Anreisetag gingen wir es gemĂŒtlich an und wir spazierten in der Gantzrischregion als auch erkundeten wir die unmittelbare Umgebung vorm Haus, wo sich eine Pferdeweide dahinter befand. Der nĂ€chste Tag bestand aus einer Wanderung an der Glunggmoos ForsthĂŒtte vorbei bis Richtung Aettenberg. Am Abend fuhren wir zu einem Vortrag von Martin Frischknecht, wo ich mir davon begeistert dann auch gleich einen Powertube zulegte.

Nachdem ich weder die Fitness von den beiden hatte noch mit deren Tempo mithalten konnte, war der Folgetag etwas flachbergiger angesagt und es stand nur eine kleine Wanderung und ein Seerundgang am Programm. Der Schwarzsee ist beinahe 40 Meter tief und es gibt viele Legenden zu seiner Entstehung. Am HĂ€xewÀÀg sind jene Sagen aus dem Senseland zu erleben und man sieht Skulpturen, wie einen aus Metall gefertigten 14 Meter großen Drachen mit einer FlĂŒgelspannweite von 10 Metern oder einen Mönch zur Schlangenbeschwörung. Ein StĂŒck vom See entfernt befindet sich noch ein 30 Meter hoher Wasserfall.

Durch die eintĂ€gige Reduzierung war ich wieder voll energetisiert und so nahmen wir am nĂ€chsten Tag die Sesselbahn Riggisalp fĂŒr eine riesige Tour mit Traumblick auf Kaiseregg, Spitzfluh, Reccardets und Hohmattli in den durch Gletscher geformten Brecca-Kessel mit seinem Patrafon-Grat, wo wir GĂ€mse mit ihren KletterkĂŒnsten bewundern konnten.

Es folgten die nÀchsten Tage noch die Alp Stoss und der Glunggmooswald und am letzten Tag das Hohmattli mit unglaublicher Sicht auf den Schneeberg Eiger mit seiner bekannten Eiger Nordwand. Bei jener Wanderung durfte ich sowohl Murmeltiere fotografieren als auch bekam ich einen Adler vor die Linse.

Dies war mit Abstand einer der gesĂŒndesten Wochen, die ich je in meinem Leben verbracht hatte, auch wenn ich schon lange keine Rohköstlerin mehr bin, da es mich auf Dauer zu sehr abkĂŒhlte. Im damaligen warmen August genoss ich jedoch die liebevoll bereiteten Bio-Rohkost-Speisen und vor allem die unberĂŒhrte Natur der Schweizer Bergidylle.

© Sylvia Eugenie Huber 2021-03-05

Reisen

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