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#shithappens#sciacca

Shit happens!

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Shit happens! | story.one

Freitag, 29.10.21

Nachdem Sciacca im Bildband erwähnt ist und sich auf dem Weg nach Trapani – dem nächsten Ziel – befindet, legen wir dort einen Halt ein.

Als Ausgangspunkt dient die „Piazza Gerardo Noceto“, wo wir viele Stufen bergab nehmen und dabei immer wieder Blicke in feine, schmale Gasserl erhaschen. Bemerkenswert sind hier die alten Steinkirchen, deren Ursprung bis 1200 zurückgeht. Auch die schönen bunten Keramikarbeiten, die sich an fast allen Ecken befinden, sind ein absoluter Blickfang.

Zur Mittagszeit beschließen wir die Hafengegend ausfindig zu machen und entdecken ein Restaurant mit Blick auf die Fischkutter, die hier die Gaststätten täglich mit Frischware versorgen. Dem Gruß des Hauses folgt frisches warmes Brot, welches in regionales Olivenöl getunkt wird. Nach der Oktopus- bzw. Fisch-Vorspeise teilen wir uns gebackene Calamari mit Gemüse und einen grünen Salat, welcher mit gebratenen Mandeln und Oliven vorzüglich mariniert ist.

Gut gestärkt verlassen wir die Stadt, um die Weiterreise anzutreten, welche jedoch schneller als geplant beendet wird, da ein freigelegter scharfkantiger Kanaldeckel den linken Vorderreifen platt macht. Während mein Freund das Pannendreieck aufstellt, fülle ich online die Schadensmeldung aus. Es dauert keine 15 Minuten, da meldet sich schon der Abschleppservice und checkt unseren genauen Standort. Mein Freund, der am Steuer des Wagens saß und somit das Malheur verursacht hat, ist – wenn auch gut nachvollziehbar – voll angefressen. So hat er sich den Urlaub keinesfalls vorgestellt. Nachdem ihn der Fahrer des Abschleppwagens aber auffordert, selbst auf die Ladefläche hinaufzufahren, was er schon immer einmal machen wollte, bessert sich seine Laune schlagartig.

In der Fahrerkabine erfahren wir, dass sich die nächste Fachwerkstätte im weit entfernten Palermo befindet, was uns ziemlich entgeistert. Der Herr hat jedoch einen Plan B, dass man den Reifen bei einem Reifenhändler reparieren könnte, wodurch sich die Kosten deutlich reduzierten und nicht bis nach Palermo gefahren werden müsste. Diese Idee gefällt uns selbstverständlich besser und so geht es nach Castelvetrano, wo der Wagen wieder flott gemacht wird.

In Trapani angekommen kackt der Hund dann noch auf den Gehsteig, was man nach solch einem Tag nur mit „Shit happens“ abtun kann. Unser Quartier für die nächsten zwei Tage ist dafür ein echtes Schmuckstück, welches einen Bekannten meines Freundes gehört, mit dem wir uns nach dem Frischmachen zuerst auf einen Drink treffen und ihn im Anschluss daran in sein Stammlokal begleiten, wo wir sizilianische Spezialitäten verzehren und ebenso in ausreichend flüssiger Form zuführen.

Um 2Uhr früh liegen wir dann endlich im Bett und stellen fest, dass wir heute zwar viel Trubel hatten, aber uns dafür nie langweilig wurde. Und mal ehrlich, sind es nicht genau solche Erlebnisse, die einen Urlaub besonders machen und für immer in Erinnerung bleiben?

© Sylvia Eugenie Huber 2021-11-01

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