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Von Coaches und anderen (Besser)Wissern

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Von Coaches und anderen (Besser)Wissern | story.one

Das Wort „coach“ stammt ursprünglich von „Kutsche“ ab und wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts umgangssprachlich verwendet, wenn Studenten mithilfe privater Tutoren durchs Examen „befördert“ wurden.

Jahre später haben Coaches den Bereich der Spitzensportler, der Führungskräfte und nunmehr gehäuft der Persönlichkeitsentwicklung für sich entdeckt.

Es scheint sich mittlerweile fast jeder „kutschieren“ zu lassen, denn wer im Leben wirklich weiterkommen möchte, wohin auch immer, wird es ohne Coaching kaum schaffen. So wird es zumindest postuliert.

Und bitte versteht’s mich nicht falsch – sich bei Bedarf Hilfe zu holen ist sowohl gut als auch wichtig, sind wir unseren Lebensthemen gegenüber sicher oftmals blind.

Jedoch hat sich gezeigt, dass sich mit Coaching ebenfalls richtig gut Geld verdienen lässt und genau hier fängt mein Hinterfragen an. Stundensätze von €200,00 aufwärts sind oftmals nur noch in der „Unterklasse“ zu finden, schließlich verlangen die Top-Coaches in Amerika bis zu $10.000 die Stunde und dies scheint für so manchen ein angestrebtes Honorar-Ziel zu sein.

Und dass es mit einer Einzelsitzung nicht abgetan ist, ist wohl eh klar. Erfahrungsgemäß braucht Entwicklung ja Zeit.

Es wird zusätzlich suggeriert, dass nur etwas, das wirklich viel Geld kostet auch einen hohen Wert hat. Und nicht zu vergessen, dass man selbst für sich die allerhöchste Priorität darstellen sollte. Wer sich selbst keine kleine Investition von €15.000 wert ist, sollte ganz schnell mal seinen Selbst-WERT überprüfen. Einwände können und dürfen nicht akzeptiert werden, da es ja die letzte mögliche Veränderung sein könnte, bevor der Sensenmann ganz unerwartet anklopft.

Hat alles seine Berechtigung. Die meisten leben in einer Komfortzone, die nicht berauschend ist, aber Sicherheit vorgaukelt. Und sehr viele suchen daher nach einem Ausbruch der geistigen Gefängnisstäbe. Doch mit aller Gewalt, vor allem finanzieller – ich weiß nicht so recht.

Als ich ein kleines Kind war, gab es übrigens ebenfalls schon Coaches. Damals hießen sie Großeltern und gaben den Enkeln ihre Lebenserfahrungen weiter. Wertvolle Erfahrungen und man möge es kaum glauben, sogar völlig kostenlos 😉.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

© Sylvia Eugenie Huber 2020-06-15

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