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Voodoo-Festival in Benin

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Voodoo-Festival in Benin | story.one

Bereits als ich das erste Mal Bilder vom Voodoo-Festival sah, wusste ich, dass ich eines Tages dorthin müsste und 2018 erfüllte ich mir dann diesen Traum.

Voodoo entstammt der Fon-Sprache des ehemaligen Königreichs Dahomey und bedeutet Gott/Geist und ist die offizielle Staatsreligion.

Unsere Gruppe bestand aus 8 Leuten, wovon Norbert bereits 80 Jahre alt und mit Stock unterwegs war, ansonsten aber gut beieinander. Wir waren einige Tage in Westafrika unterwegs bis zum Höhepunkt am 10. Jänner, wo das weltweit größte Voodoo-Festival stattfindet. Jener Tag war mit knapp 40° Celsius der heißeste der ganzen Reise.

Die Festival-Teilnehmer begannen sich mit Trommeln und Gesang in Stimmung zu bringen. Überall waren Ziegen, die später als Tieropfer verwendet wurden als auch jede Menge Voodoo-Fetische zu sehen. Bei den Zeremonien tanzten sich die Männer mit geschlachteten Ziegen in ihren Mund in Trance. Das Festival lockt jedes Jahr unzählige Touristen an, wodurch sich immer mehr zu privaten Ritualen zurückziehen.

Nachdem sich bereits am frühen Nachmittag das Areal um Porte du Non-Retour zu lichten begann, gingen wir mit dem Reiseleiter Richtung Stadtinneres. Dort kamen wir bei einem kleineren Zeremoniell vorbei, welchem wir gerne beiwohnen wollten.

Doch einer der Trommler war über uns Hellhäute nicht besonders erfreut und kam laut schreiend zu uns herüber. Dies war schon eine äußerst mulmige Situation. Wir zeigten unsere offiziell gekauften Eintrittskarten, aber er schien einfach keine Fremden dabei haben zu wollen. Anschließend kam ein anderer Mann zu uns und nach dem Gespräch mit unserem afrikanischen Reiseleiter beruhigte sich die Lage wieder. Zumindest kurzfristig. Denn der Trommler begann erneut wüst zu schreien und diesmal stieß er einen der Einheimischen grob von sich weg, sodass jener zu Boden fiel. Dadurch eskalierte die Lage vollkommen und es begann eine wilde Schlägerei.

Wir ergriffen sofort panisch die Flucht und liefen zum unweit geparkten Reisebus. Dort angekommen schrie einer der Gruppe „Wo ist Norbert?“, doch jener befand sich schon im Reisebus, der daraufhin mit reichlich Gas abfuhr. Als der erste Schock wieder überwunden war, mussten wir alle lauthals lachen. Keine Ahnung wie es der 80-jährige mit Gehbeeinträchtigung geschafft hatte, so schnell zum Bus zu laufen. Aber auch egal.

Am folgenden Tag nahmen wir in der Stadt Possotomé an einem privaten Voodoo-Ritual teil, wo ich das ganz spezielle Vergnügen hatte, bei der Ziegenschlachtung direkt davorzustehen, was ein besonderes Erlebnis für Magen und Psyche war. Aber man war dort uns gegenüber zumindest freundlich gestimmt und forderte uns sogar zum gemeinsamen Tanzen auf.

Am nächsten und zugleich letzten Tag besuchten wir noch den Fetisch-Markt in Akodésséwa, der eine geruchliche Herausforderung darstellte und von Tierschützern unbedingt gemieden werden sollte.

Andere Länder, andere Sitten – Voodoo ist eines, auf jeden Fall anders.

© Sylvia Eugenie Huber 2021-01-27

Reisen

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