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#familie#neugier#liebe

11. Rückkehr

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11. Rückkehr | story.one

Georgien hatte sich politisch wie auch gesellschaftlich um einiges verändert. Da ich damals sehr jung war, konnte ich mich an nichts erinnern und fragte mich oft, ob ich in diesem Alter überhaupt eine Verbindung mit meinem Geburtsort aufbauen konnte. Ich verspürte eine Mischung aus Sehnsucht, Neugier und Distanz.

Eine unglaubliche Gefühlswelle überrollte mich, als ich mich in den zahlreichen Umarmungen meiner Verwandten, am Flughafen von Tbilisi, wiederfand und wir alle gemeinsam vier Stunden lang in der Marshutka meines Onkels nach Kutaissi fuhren. Diese Fahrt war geprägt von eifrigen Gesprächen, Lachen, nostalgischen Erinnerungen und Erzählungen. Ich war fasziniert von den prächtigen Bergen, den wilden Wäldern, alten Burgruinen und Dörfern. Ich war wie in Trance und meine Augen versuchten jedes Detail aufzugreifen, das sich auf den Straßen abspielte. Mit jeder verstrichenen Minute wurde meinen Eltern bewusst, wo sie sich nach all diesen Jahren wieder befand.

Georgien ist, wie gesagt, definitiv nicht das, was ich von zu Hause in Österreich kenne. Wer sich vornimmt in das Land der Gastfreundschaft zu reisen, um Energie aufzuladen, dem kann ich versprechen, dass man auf gar keinen Fall zum Verschnaufen kommt. Besonders dann nicht, wenn man die Verwandtschaft besucht.

Die nächsten Tage im Haus meiner Großeltern waren fröhlich und laut, umgeben von Tellern georgischer Spezialitäten, die sich auf dem langen Tisch (Supra) stapelten, die in der Mitte des kleinen Gartens stand. Die heitere Stimmung, die sich beim Erscheinen der vielen Gäste ausbreitete, überwältigte mich. In den Jahren nach dem Besuch (dem dann noch viele weitere folgten) war es diese herzliche Atmosphäre, in der ich mich immer wiederfinden wollte.

Damals, verlor ich schnell den Überblick über die Anzahl der Trinksprüche, die traditionell aufgesagt werden und war weniger überrascht darüber wieviel Wein Georgier in Wahrheit vertragen können. Beim Nachfüllen der Gläser war kein Ende in Sicht, bis mein Großvater letztendlich seine Gitarre hervorholte und wir die Nacht mit traditionellen Liedern ausklingen ließen.

Es gab keinen Moment des Ausruhens, denn nach so vielen Besuchen, Ausflügen, Eindrücken und Erlebnissen schwirrt der Kopf und man ist wohl auch etwas verkatert, wie es sich für meinen Vater herausstellte…

Völlig ausgepowert kehrten wir zurück. Doch das Herz und die Seele waren aufgetankt. Erst in Wien konnte ich die Reise verarbeiten.

© Tekusha 2021-08-14

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