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Mama Aloki

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Mama Aloki | story.one

Tränenüberflutet falle ich Mama Aloki in die Arme. Es sind keine Tränen der Traurigkeit, sondern Tränen der Freude. Endlich kann ich sie und auch all meine Kinder und MitarbeiterInnen wieder umarmen. Endlich bin ich wieder da – in meiner zweiten Heimat!

Mama Aloki ist für mich ein Fels in der Brandung, immer da, immer fröhlich und mit ihr kann ich einfach über alles reden. Sie ist meine beste Freundin in Tshumbe, sie ist diejenige der ich all meine Sachen anvertraue, während ich weg bin, sie ist diejenige, die auf mich schaut, wenn ich da bin und gleichzeitig ist sie auch meine Köchin. Ich koche zwar selbst gerne, aber in Tshumbe habe ich keine Zeit dafür, denn man muss spätestens um halb acht in der Früh mit dem Kochen am Lagerfeuer beginnen um zu Mittag etwas essen zu können. Mama Aloki ist meiner Meinung nach die beste Köchin in Tshumbe: Zu Beginn kannte sie nur zwei Gerichte und bei jeder Reise zeigte ich ihr neue und probierte viel mit ihr aus, sodass sie mittlerweile zur Meisterköchin wurde.

Die 35-jährige Frau ist froh eine gute Arbeit bei uns zu haben. Bevor sie bei uns anfing, braute sie lokalen Alkohol aus Maniok und Mais, was ein immenser Aufwand ist und wofür sie im Monat nicht einmal 10$ an Einnahmen hatte. Als ich sie kennenlernte im Jänner 2013 war sie gerade schwanger. Im März 2013 gebar sie nach einer äußerst komplizierten Geburt, bei der sie fast ihr Leben verlor, ein Mädchen und nannte sie nach mir: Manuela.

Mama Aloki hat aber auch einen älteren Sohn, namens Louis, der inzwischen schon 17 Jahre alt ist und ihr zweites Kind, welches auch ein Mädchen war, starb vor vielen Jahren an Malaria. Das Mädchen war gerade mal zwei Jahre alt und für Mama Aloki war es ein unbeschreiblich schmerzlicher Verlust. Sie konnte nicht mehr essen, nicht mehr trinken und benötigte viele Jahre um die Trauer irgendwie zu verarbeiten. Manuela war dann sozusagen eine „Nachzüglerin“.

Im Jahr 2014 wurde ein neugeborenes Kind zu uns gebracht. Es würde sterben, wenn es bei der Mutter bleiben würde und wir überlegten, wie wir dem Baby helfen konnten. Es dauerte nur eine Nacht und Mama Aloki kam mit ihrem Mann, Papa Fabien, zu mir, um mir mitzuteilen, dass sie von ganzem Herzen das Mädchen in ihre Familie aufnehmen wollen. Sie können es nicht mitansehen das Baby leiden und sterben zu sehen und da sie selbst ein Kind verloren hatten, wollten sie diesem gerne Leben schenken.

Im Jahr 2017 nahmen sie ein weiteres Waisenbaby und deren große Schwester bei sich in der Familie auf und im Jahr 2019 einen zehnjährigen Jungen, der aus sehr schwierigen Verhältnissen kam.

Mittlerweile haben Mama Aloki und Papa Fabien sechs Kinder in ihrer Familie! Ich kenne keine anderen Menschen auf diesem Planeten, die so große Herzen haben und aus freiem Willen vier Kinder bei sich aufnehmen – und das, obwohl sie selbst kein einfaches Leben haben! Ich bewundere Mama Aloki für ihre Gutmütigkeit, ihre Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und ihre Stärke und ich bin dankbar sie zu kennen!

© WaaleWaana 2021-08-15

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