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Vom Busserl zum Kuss

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Vom Busserl zum Kuss | story.one

Küssen ist ja bekanntlich auch Geschmackssache. Küssen wird einem definitiv nicht in die Wiege gelegt. Küssen darf man lernen. Ganz egal, ob es sich dabei um ein Wangenknutscherl oder einen verwandschaftlichen Schmatz handelt. Alles ist ertragbar und lernbar. Man muss sich nur darauf einlassen und auch mal etwas Neues ausprobieren. Ich lerne und lerne und höre dabei nicht auf.

In meiner bisherigen Knutschvergangenheit hatte ich so manches witziges und vielleicht auch leicht ekelhaftes Erlebnis. Doch mit jedem neuen Versuch stieg ich ins nächste Level auf.

In der Volksschule hatten wir ein Busserlspiel. Dabei bekamen wir Burschen von den Mädels je nach Wohlbefinden ein Busserl. Im Urlaub mit meinen Eltern hatte ich einmal solche Schmetterlinge im Bauch, dass ich einem Mädchen unbedingt Nahe sein wollte. Ich spielte den ganzen Urlaub über mit ihr und sie mit mir. Irgendwann platschten wir im Pool und unter Wasser traute ich mich dann sie auf den Mund zu küssen. Da war er mein erster Kuss. Ich war 9 oder 10, definitiv nicht frühreif. Danach war knutschtechnisch erst einmal Ende Gelände. In der Hauptschule wurden die Damen wieder interessanter. Die einen fusselten im Kochunterricht so heftig, dass die Kochlehrerin uns maßregeln durfte. Die anderen erfreuten sich des öffentlichen Händchenhaltens auf der Schullandwoche.

Mit 12 oder 13 hatte ich eine tolle Knutschlehrerin. Sie war wild, jung und hatte so unglaublich viel mehr Erfahrung als ich. Schon beim allerersten Mal pochte mein Herz wie verrückt und ich hoffte, dass ich bloß nicht vollkommen versagen würde. Sie zeigte mir den Zungeneinsatz und ließ mich akrobatisch damit auf Forschungsreise gehen. Eine tolle Frau, unabhängig, lehrreich und wundervoll.

Mit 14 war ich mit Freunden am Donauinselfest, natürlich verlief alles recht jugendfrei. Es gab kaum Alkohol und der Faktor Zeit spielte keine Rolle. Plötzlich wurde ich beim Poggen auf der Menschenrechtsbühne ungestüm von einer jungen Dame auf die Seite gezerrt und abgeknutscht. Perplex erstarrte ich für einen Augenblick und als ich wieder alle Sinne beisammen hatte und wusste was mit mir geschieht, knutschte ich mal eben zurück. Keine zwei Minuten später war das Fräulein wieder verschwunden und ließ mich mit einem richtig ekligen Geschmack im Mund zurück. Ich ging zu meinen Freunden und holte mir ein Runterspülbier. Das war mein erster Kotzkuss.

Mit 16 hingen meine Lippen an einer selbstbewussten Vorarlbergerin.

Mit 17 hat es mich dann endgültig erwischt. Meine Lippen trafen auf die sanften, zärtlichen Lippen dieser lieblichen, hüftenschwingenden Schönheit. Den ganzen Abend über war ich ihr angetan und umso sehnlicher sehnte ich diesen Augenblick des Feuerwerks herbei. Ein Funke sprang von ihren Lippen auf die meinen über und verzaubert stand ich ihr nun voller Erregung gegenüber. Fassungslos aber mit einem hüpfenden Herzen im Brustkorb küsste ich zum ersten Mal meine Frau. Und ich küsse sie heute noch.

© Weudl 2021-01-13

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