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#achtsamkeit#verantwortungsbewusstsein

Die Geschichte der Bio-Henne Henriette

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Die Geschichte der Bio-Henne Henriette | story.one

Vorab: Ich bin Hühnerfan und halte diese Geschöpfe auch für wesentlich intelligenter, als ihr Ruf ist. Sie holen das Maximum aus ihren Möglichkeiten heraus (eine Eigenschaft, die den Menschen möglicherweise fehlt). Schon Abraham Lincoln sagte: "Die Henne ist das klügste Geschöpf im Tierreich. Sie gackert erst, nachdem das Ei gelegt ist".

Zum Thema: Schritt für Schritt haben wir bereits vor einigen Jahren begonnen bewusster einzukaufen und achten dabei auf die biologische Herkunft der Lebensmittel. Sie sollen einfach mehr sein als simple Nahrungsmittel.

Es ist klar, dass der Einkauf biologischer Lebensmittel mit einem höheren Haushaltsbudget verbunden ist, doch dafür verzichte ich gerne auf andere „Annehmlichkeiten”. Die Corona-Krise war hier ein zusätzlicher Lerneffekt, denn die Dinge, die man in dieser Zeit nicht machen konnte und die oft ganz schön ins Geld gingen, vermisse ich nun gar nicht. Es bleibt also ganz automatisch mehr Geld für den bewussten Lebensmittelkauf. Doch heute Morgen wurde es mir dann doch etwas viel. Ich vergaß meine Brille, als ich einkaufen fuhr und mit Kleingedrucktem (z.B. einem Preisschild) habe ich dann so meine Probleme. Beim Einkauf selbst halte ich mich an folgende Grundregel, um Voreingenommenheit zu vermeiden:

1. Ich spüre mich ZUERST in ein Lebensmittel ein (neben dem Schauen und dem Riechen ein oft unterschätzter Sinn), 2. erst DANN schaue ich auf den Preis.

Es stand der Kauf eines Bio-Hendl-Filets an. Ich erkannte den Aufdruck „Bio" und das Fleisch spürte sich gut an. Punkt 2 ließ ich ausser Acht, aus erwähntem Grunde … bis ich schließlich die Rechnung dafür präsentiert bekam, EUR 10,-- für 400g Fleisch, das war dann doch etwas happig. Die Geschichte dieses Hochpreis-Hendls begann mich umgehend zu interessieren.

Wie kommt dieser Preis zustande? Ist es das Tier wert? Ist es das Fleisch wert? Fragen über Fragen … und was ist überhaupt „Wert“, auch im Hinblick auf den hehren Versuch, unser Leben bewusster zu gestalten. Ich hielt mir das Huhn vor Augen, lebendig. Möglicherweise hatte es ja einen gewissen Marktwert: etwa als Bio-Henriette von Gluck, die schönste Henne von Oberösterreich 2021.

Lange Rede, kurzer Sinn … ich ging – wieder auf meine Brille bauend – auf Spurensuche und fand heraus, dass unsere Henriette tatsächlich aus Oberösterreich kam und ja, offensichtlich wirklich ein schönes Hühnerleben mit viel Auslauf und ausgewogener Ernährung hatte. Das gibt sie uns jetzt weiter, auch wenn es ihr selbst nichts mehr bringt. Ja, liebe Henriette: Du bist es mir wert. Ich spare mir dafür die Beilage, bette dich in Salat, möglichst Bio (gleich und gleich gesellt sich gerne) und dazu gibt es zur Abrundung ein Glas Bio-Weißwein … ein Abgang und Genuss mit Stil und möglichst im Einklang mit der Umwelt … und ich pflanze dir auch einen Baum, versprochen!

Am Ende folgt noch die Moral von der Geschicht': “Die Brille vergess ich beim nächsten Mal trotzdem nicht”.

© Wolfgang Lugmayr 2021-04-27

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