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Die Wärme im Wasser - eine Erfahrung

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Die Wärme im Wasser - eine Erfahrung | story.one

Immer wieder werde ich als Achtsamkeitslehrer, der um eine unmittelbare Naturverbundenheit bemüht ist, um praxisnahe Beispiele gebeten. Ja, das mache ich gerne, hier verpackt in eine "Story". Heute möchte ich zu einem Thema schreiben, das für viele Menschen möglicherweise gar kein Thema - und darum umso wertvoller - ist: Die Wärme im Wasser!

Die meisten von uns drehen dafür einfach den roten Wasserhahn auf und schon sprudelt es. Man zahlt einen Betrag X am Ende des Abrechnungszeitraumes und das Wasser fließt (beinahe) ohne Unterlaß. Was "daran hängt" merken wir erst dann, wenn aus dem Wasserhahn plötzlich nur mehr kaltes Wasser kommt. Das zieht einen ganzen Rattenschwanz von Problemchen nach sich (oder das, was wir dazu machen).

Als meine Frau und ich vor einem Jahr in unsere neue, sehr autarke Bleibe gezogen sind, war uns klar, dass wir an keiner Warmwasserversorgung hängen. Das "besorgt" der Holzofen. Wirklich bewusst waren uns die tatsächlichen Auswirkungen (als Nutzer des Wasserhahnes in Rot) am Anfang noch nicht ... jetzt, nach den ersten Erfahrungen: umso mehr. Wie ist es dazu gekommen?

Um tatsächlich Wärme zu schaffen, braucht es einen entsprechenden Holzvorrat. Kein Holz zu haben bedeutet ohne Wenn und Aber den Verlust wohliger Wärme, im Wohnzimmer wie in der Badewanne. Dank unseres Holzlieferanten sind wir aber bestens mit wunderbarem, wohlig wärmendem Buchenholz versorgt ... alles klar soweit ... und noch dazu haben einen grossen Warmwasserboiler. "Was soll also passieren?"

Nun: es passiert. Die Stromrechnung am Ende des Jahres bzw. die Nachzahlung und die war: "Na bumm!" Ein Warmwasserboiler frisst sehr, sehr viel Strom ... ob nun Biostrom aus der Region oder nicht ... Erfahrung gemacht ... und - viele Worte, kurzer Sinn - am Ende schließt sich der Kreis: Man beginnt schlussendlich an die Wurzeln zurückzukehren. Entfache ich unseren Holzofen, wärmt sich dankenswerterweise auch das Wasser im Boiler, auch ohne gerade am Strom zu hängen und ihn zu fressen ... mit naturgegebenen Einschränkungen: für einen kurzen Zeitraum und auch nur für die Menge Wasser, die gerade gespeichert ist.

Doch es steht - nach einer Aufwärmphase von ca. 2h - der Dusche oder dem Vollbad nichts mehr im Wege ... bis der Holzvorrat verbraucht ist ... und wenn man gerade keinen eigenen Wald zur Hand hat, braucht es eine Nachlieferung . Man wird ob dieser unmittelbaren Interaktion mit den vorhandenen Ressourcen einfach demütiger und beginnt schließlich bewusster zu leben. Das Umdenken kann beginnen, in allem Handeln ... und mündet gelegentlich sogar in den Verzicht auf Warmwasser. Das ist gar nicht so schwer. Ich habe gerade mit 25 Grad lauem Wasser geduscht ... herrlich!

Die Naturverbundenheit kommt quasi automatisch. Sie war schon immer da und ist es noch, wenn auch in vielen Bereichen verschüttet oder gar vergessen. Es beginnt ins uns und die Umwelt wird es danken!

© Wolfgang Lugmayr 2020-09-04

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