skip to main content

Felix' erster Arbeitstag

  • 121
Felix' erster Arbeitstag | story.one

It is still continued.

Heute ist sein erster Arbeitstag. Felix fühlt sich freudig erregt, hat die letzten Nächte kaum geschlafen. Die Tage waren spannend und abwechslungsreich. Zuerst war da einmal die Kündigung. Felix' Chefin war - gelinde ausgedrückt - verblüfft: "Weißt du eigentlich, was du da so einfach hinwirfst?". "Nein", war Felix' erster Gedanke. Doch er weiß einfach, er ist auf dem richtigen Weg. Seine Antwort auf die Frage ob seines neuen Jobs, nämlich "Buchhändler", wurde nur mit einem Kopfschütteln und einem herzlichen (oder doch eher mitleidigen?) Händedruck quittiert.

Auch seine Eltern und Freude waren größtenteils fassungslos: "Du wirst unter der Brücke enden!", so das Fazit der Mutter. "Ja, dann hoffe ich, dass der Ausblick passt. Ich bin ja gerne am Wasser und außerdem auch an der frischen Luft. Mama, alles ist gut, soweit wird es nicht kommen!", so Felix' unerschütterliche Antwort. Das anschließende Abendessen verlief nach einem Hustenanfall des Vaters eher schweigsam. Zumindest wurde er von seinen Freunden nun immer wieder auf ein Bier eingeladen, "Du musst ja jetzt sparen!", sehr praktisch!

Die freie Zeit bis zum heutigen Tag verbrachte Felix zumeist in der Buchhandlung, wie von Ejana - seiner neuen, immer strahlenden Kollegin - angeboten und kommt dort aus dem Schauen und Staunen nicht heraus. Kaum ein Buch kennt er beim Namen, schon gar nicht die Autoren, die im Übrigen auch nicht immer angeführt sind. Er kann kommen, wann er möchte und gehen, wenn er fertig ist. Im Shop ist alles irgendwie "zeitlos", ein anderes Wort dafür findet er nicht.

"We sell books, you won't find anywhere else!", erinnert er sich an den Slogan im Schaufenster ... wie wahr. Sofort fällt Felix auf, dass viele der sehr alt wirkenden und oft kunstvoll verzierten Bücher mit wenig Worten befüllt sind, dafür mit umso mehr Bildern und Symbolen - "the magic is inbetween the words, you know?", hatte ihm Ejana ja auf den Weg mitgegeben.

Er fühlt sich an seinem neuen Arbeitsplatz sofort zu Hause, wann hat er diese Erfahrung je gemacht. "Gibt es überhaupt jemanden, der DIESES Glück hat?", kommt es ihm in den Sinn, während er sich beim Frühstück einen Buttertoast streicht.

Besonders gerne erinnert er sich an den Termin zur Unterschrift des "Dienstvertrages", handgeschrieben und auf das Nötigste beschränkt. Die Arbeitszeiten fielen ihm sofort ins Auge: "AS THE OPPORTUNITY ARISES ... WENN ES SICH ERGIBT".

"Hab Vertrauen, alles ist gut. Es war bei mir genauso." So machte ihm Ejana Mut, ehe er seine Unterschrift unter den Vertrag setzte. Erst bei der Durchsicht fiel ihm sein Arbeitgeber ins Auge: "Hr. Bardo Moji".

F: "Werde ich ihn kennenlernen?", E: "Ja, wenn die Zeit reif ist ... er arbeitet immer wieder mal im Geschäft mit.", F: "Wann soll ich denn am ersten Arbeitstag da sein?", E: "Wenn die Sonne aufgegangen ist und es sich gut für dich anfühlt."

Er fühlt sich RICHTIG gut, trinkt noch einen Schluck Kaffee und geht los. To be continued!

© Wolfgang Lugmayr 2020-09-13

Kommentare

Gehöre zu den Ersten, die die Geschichte kommentieren

Jede*r Autor*in freut sich über Feedback! Registriere dich kostenlos,
um einen Kommentar zu hinterlassen.