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#mord#polizei#tote

Blackie, Blackie!

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Blackie, Blackie! | story.one

Der öffentliche Druck stieg von Tag zu Tag. Das MI5 nahm jetzt alle Bosse ins Visier. Ein schwieriges Unterfangen, da auch der Polizeichef von London auf ihrer Gehaltsliste stand. Das wusste auch der MI5. Doch er ließ es über viele Jahre zu. Sie versorgten den MI5 im Gegenzug immer großzügig mit Informanten. Es war ein perfekter Trade-Off. Das Problem bestand lediglich in der Amtsübergabe. Jeder Vorgänger übergab alle Akten an seinen Nachfolger und die Information über den namenlosen Safe. Nur die Sekretärinnen kannten ihn und hielten dicht. Sie waren auch an der Manipulation der Akten beteiligt. Auf Anweisung der Vorgesetzten. Oftmals wurde ein Haftbefehl ausgesetzt. Oder eine Aktennotiz verschwand in der offiziellen Version. Es wurde nie nachgefragt, wenn Ermittlungen plötzlich ihr Ende fanden. Polizisten wurden einfach hingehalten oder falsch informiert. Ein ausgeklügeltes System.

Terence Cooper hatte seine Frau verloren. Deborah verschwand beim Joggen. Das war keine zwei Wochen her. Nur durch DNA-Proben konnte eine der Leichen Deborah zugeordnet werden. Ihr verkohlter Corpus war bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Terence hatte schon in frühen Jahren Kontakt mit Blackie. Sie gingen in die gemeinsame Schule und wohnten im gleichen tristen Plattenbau. Blackie war der gutaussehende Schläger, dem alle Mädchen nachliefen. Schon mit 15 dealte er mit Dope. Mit 16 brach er die Schule ab. Dann startete er seine kriminelle Karriere. Als Soziopath mit hoher emotionaler Intelligenz ausgestattet, vertrauten und respektierten ihn viele. Er war wie ein Rattenfänger, der immer wusste, was die Leute gerade wollten. Ein Traumerfüller, der es auch in ihren Kassen klingeln ließ.

Die Hill Boys waren das Ergebnis aus Sicherheitsdefizit und Kontrollverlust. Alle kannten sich. Gerade das machte es Ladenbesitzern unmöglich, sich gegen sie zu stellen. Nur Terence Cooper wagte es. Er legte sich mit ihnen an. Er weigerte sich, das Schutzgeld zu bezahlen. Dann bedrohten sie ihn und niemand half. Die Polizeistreife verließ sein Geschäft immer nach wenigen Minuten. Alleine gegen Blackie. Ohne Chance.

Mittlerweile wurden Spezialeinheiten aus Manchester und Liverpool angefordert. Es gab Massenverhaftungen bei den Clans. Doch keine Spur führte zu den neun Morden. Es war wie verhext. Das MI5 fing an, die Verdächtigen zu foltern. Es wurde über Waterboarding gemunkelt. Dabei fielen viele Namen. Doch keine Spur wurde heiß. Sie schoben sich alle gegenseitig den schwarzen Peter zu.

Wochen und Monate vergingen. Fast täglich nervte Terence Cooper die lokale Polizei. Er war sich sicher, dass Blackie hinter den Morden stand. Sie überprüften Blackie genau, aber fanden keinen Anhaltspunkt. Die Leichen wurden nicht in seinem Revier gefunden. Er hatte ein perfektes Alibi und auch seine Gang. Selbst sein Killer Kuklinski wurde seit Jahren nicht mehr in London gesehen und in Uruguay vermutet. Die Ermittler standen im Regen.

© Xenija M 2021-03-19

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