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#tierfreund#lebenmittieren#tierliebe

Mozart & Beethoven

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Mozart & Beethoven | story.one

Nein, ich bin kein Klassikmusik-Fan, sondern ich habe meine beiden Katzen so getauft. Beethoven hieß ja eigentlich schon so, als ich ihn besuchte und abholte vom Tierschutzverein. Ein armer Bub, er saß ängstlich zusammengekauert in seinem Transporter, obwohl die vielen anderen Katzen um ihn herum spielten. Beethoven war ein bulgarischer Streuner, man fand ihn auf der Straße komplett verwahrlost. Er war gerade zwei Jahre alt. Es fehlt ihm ein Ohr, das man ihn leider aus Misshandlung antat. Durch die vielen Fußtritte der Menschen und Schläge auf den Kopf, schielt er. Wir waren sofort Freunde, da er seine Pfote auf meine Hand legte und sie nicht mehr losließ. Das war ein Zeichen! Er musste fix mit! Damit er nicht so alleine ist, nahm ich seinen Kumpel dazu. Ein kleiner rothaariger Kerl mit 3 Monaten. Man fand ihn, todkrank, in einem Müllcontainer mit 4 Wochen. Auch er hat nur mehr ein Ohr. Der arme Scheißer musste ständig niesen, er kämpfte mit einem andauernden Schnupfen, den wir aber später in den Griff bekamen. Ich taufte ihn Mozart, passend zu Beethoven. Die ersten Wochen waren nicht so rosig, Beethoven war sehr verschreckt und ängstlich, er brauchte seine Zeit. Mit dem kleinen Mozart war ich stets beim Tierarzt, er war so arm, aber ein kleiner Kämpfer. Man sagt ja, dass die rothaarigen Katzen etwas Besonderes sind in ihrem Charakter und ich muss sagen: „Total!“ Mozart weiß, dass “er” der König in seinem All-inclusive-Hotel zu Hause ist und geniest es in vollen Zügen. Er hat mich schon richtig erzogen. Wenn ich mal morgens nicht gleich aufstehe, wenn er mir zärtlich in die Nase beißt, da er Hunger hat, dann bekomme ich den nassen Teebeutel, der noch in der Tasse auf dem Nachtkästchen hing, ins Gesicht geschleudert! Beethoven ist nun so weit, dass er zu einem Kuschelbär geworden ist und endlich seine Ruhe und sein Leben in vollsten Zügen geniest. Er ist ein Kampfschmuser geworden, möchte ständig auf meiner Schoss sitzen und Nachts schlafen wir gemeinsam ein. Beethoven ist sehr tolpatschig, da er ja schielt und schlecht sieht, aber genau das macht ihn noch mehr zu einem zauberhaften Kerl. Die beiden sind die bravsten Buben, machen nichts kaputt, springen nirgends hoch und meine Deko steht immerhin noch überall. Sie sind so dankbar! Es war die beste Entscheidung, armen Katzen ein schönes zu Hause zu schenken!

„Nicht die Schönheit entscheidet, wen wir lieben, die Liebe entscheidet, wen wir schön finden.“ (Sophia Loren)

© Yasmin Lohberg 2021-04-07

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